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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-05-01 · 3 (Mai-Juni 1929) · p. Seite 171

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
3 (Mai-Juni 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 171 (sequence 49)
Language
German
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Handbuch der Pädagogik von Hermann Nohl und Ludwig Palkit (Verlag Julius Beltz, Langensalza.) Die pädagogische Literatur dev letzten Jahre ist so ungeheuer angewachsen, daß selbst der Fachmann sieh kaum noch durchiinden kann. Wir schulden deshalb Hermann Nohl und L u d w ig P a 1 1 a t Dank, daß sie es unternommen haben, indem im Verlage Julius Beltz, Langensalza, herausgegebenen II a n d 1> u eh de r Pädagogik die gesamte Pädagogik der Gegenwart darzustellen. Das Handbuch ist auf 5 Bände berechnet. Band 1 soll die Theorie und die Entwicklung des Bildungswesens, Band 2 die biologischen, psychologischen und soziologischen Grundlagen der Pädagogik, Band 3 allgemeine Pädagogik und Erziehungslehrc behandeln. Band 4 und Band 5 sind bereits erschienen, und Band 2 beginnt soeben zu erscheinen. Band 4 behandelt die Theorie der Schule und den Sehulaufbau, Band 5 die Sozialpädagogik. Die einzelnen Abschnitte sind von den verschiedensten Verfassern bearbeitet und deshalb selbstverständlich auch nicht gleichwertig. Wichtig ist, daß jeder Abhandlung ein Literaturverzeichnis beigegeben ist, so daß jeder, der sich für einzelne Fragen interessiert, Gelegenheit hat, sieh ausführlich zu orientieren. Ein Mangel bleibt allerdings bei dieser Behandlung, daß die Probleme vielfach nicht so erschöpfend dargestellt werden, wie man es bei einem Handbuch der Pädagogik erwarten sollte. Bei der ungeheuren Fülle an Material ist es unmöglich, eine vollständige Besprechung dieses Werkes zu geben. Ich will deshalb im folgenden auf einige wesentliche Beiträge, die besonders für die Wohlfahrtspflege von Bedeutung sind, hinweisen. Wie schon erwähnt wurde, behandelt Band 4 das Wesen der Schule und den Schulau fb a u. Kindergarten, Grundschule, Volksschule, Schulkindergarten, Hilfsschule für geistesschwache Kinder, Förderklassenproblem, Berufsschule, Mittelschule, höhere Knaben- und Mädchenschule, Ausbildungsstätte für weibliche Sozialberufe werden dargestellt. Außerdem enthält der Band noch eine Uebersicht über die Schulreform in verschiedenen Ländern und eine ausgezeichnete Darstellung der Reform in Oesterreich von dem bekannten Pädagogen Tcsar. Von Interesse ist auch die Abhandlung über die Landerziehungsheime, die Versuehsschulen und Schuh ersuche und die Schullandheime. Auch Volkshochschule und Volksbücherei finden ihren Platz in diesem Band. Abgeschlossen wird der Band mit einem kritischen Vergleich des Schulwesens der anderen Kulturstaatcn. Band 5: S o z i a 1 p ä d a g o g i k. W c s e n u n d Aufbau der öffentlichen Erziehungsfürsorge wird von Gertrud B ä u m e r behandelt. Sie versucht zunächst den Begriff der Sozialpädagogik festzulegen. Sie versteht darunter den Inbegriff der gesellschaftlichen und staatlichen Erziehungsfürsorge, sofern sie außerhalb der Schule liegt. Da die Familie nicht mehr ausreicht, diese Erziehung zu leisten, hat die Gesellschaft sich verpflichtet gesehen einzugreifen, um die Lücken auszufüllen. Deshalb die Bezeichnung Sozial pädagogik. Auch das Jugendwohlfahrtswesen wird von Gertrud Bäumer behandelt. Sie weist auf die Bedeutung des Jugendamtes als Zentrale für Jugendpflege (Maßnahmen für die normale Jugend und Jugendfürsorge, vorbeugende, schützende, helfende Maßnahmen für die nichtnormale Jugend) hin. Dieser Abschnitt ist besonders klar und gut. Maria Offenber g-Aachen behandelt die s o z ia 1 p ä d a g o g i - sehe Bedeutung d e rF a m i 1 i e und der I'amilicnf ürsorge. Aus dem immer weitergehenden Prozeß der Zersetzung der Familie 171

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