Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 2 (März-April 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 112 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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gruppe ein wöchentliches Taschengeld, und zwar erhalten die unter 17 Jahre alten zunächst wöchentlich 15 Pfennige, die über 17 Jahre alten 25 Pfennige. Bei Vollendung des 17. Lebensjahres erfolgt der Uebcrgang aus der I. in die II. Stufe automatisch. Davon abgesehen kann die Aufrückung aus der I. in die II. Stufe ein Vierteljahr nach Eintritt in die I. gewährt werden, desgleichen aus der II. in die III., die 40-Pfennig-Stufc. Die Gesamtzahl der 40-Pfennig-Empfänger soll 75 nicht überschreiten, davon 45 Burschen und 30 Mädchen. Bei besonderer Bewährung und Leistung ist von der 40-Pfennig-Stufe noch eine Aui'rückung auf 60 Pfennige möglich. Die Zahl der GO-Pfennig-Plätzc ist jedoch auf 25 beschränkt, davon 15 dem Burschenhaus, 10 dem Mädchenhaus zustehen. Bei der Aufrückung sollen Führung und guter Wille mehr berücksichtigt werden als die Leistung. Bei schlechter Führung ist Rückvcrsetzung in eine geringere Stufe, unter Umständen Prämienentzug möglich. Desgleichen können die Prämiengekler für Wiedergutmachungen bei groben Fahrlässigkeiten, wie böswillig angerichteten Schädigungen herangezogen werden. Für diese Prämienverteilung werden jährlich ungefähr 3200 RM erforderlich, das ist ungefähr die Hälfte der gesamten Arbeitserträgnissc. Die andere Hälfte bleibt verfügbar für Bastelbetrieb, Sportgeräte, Wanderungen, Bücher und Zeitschriften, Feste (besonders Weihnachten) und alle die Leistungen, die schon immer aus der allgemeinen Zöglingskasse, jetzt Titel 11 o. 10 des Haushaltplanes bestritten werden mußten". Bücher und Zeitschriften Besprechungen Jüdisches Lexikon Ein enzyklopädisches Handbuch des jüdischen Wissens in vier Bänden. Herausgegeben von Dr. Georg Herlitz und Dr. Bruno Kirschner. Jüdischer Verlag Berlin. (1471 Seiten.) Band I. A—G. (Preis: M. 35.—, 44.--, 48.—.) Bei einer Besprechung in der Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege kann zunächst und allgemein auf die überaus günstige Aufnahme hingewiesen werden, die dieses großangelegte literarische Unternehmen in der Oeffentlichkeit bereits gefunden hat. Ein Stab von jüdischen Mitarbeitern aus der ganzen Welt, darunter die angesehensten Namen auf allen Einzelgebicten der jüdischen Wissenschaft, ist hier vereinigt worden, um ein alphabetisch geordnetes Nachschlagewerk in deutscher Sprache herauszubringen, „das über alle wichtigeren Gegenstände, Probleme und Personen des vergangenen und gegenwärtigen jüdischen Lebens auf wissenschaftlicher Grundlage allgemeinverständliche Auskunft gibt". Daß die älteren Nachschlagewerke dieser Gattung der Aufgabe des Tages nicht mehr genügen, ist ohne weiteres einleuchtend, wenn man an die ungeheure Steigerung denkt, die das jüdische Leben nach innen und nach außen in den letzten Jahrzehnten, insbesondere auch mit dem Krieg und nach dem Krieg, erfahren, hat. Aber auch so umfassende Werke, wie die zu Anfang des 20. Jahrhunderts erschienene zwölfbändige Jewish Eneyklopedia, abgesehen davon, daß diese englisch geschrieben ist, entsprechen in ihrer Anlage nur teilweise dem 112