Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 2 (März-April 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 103 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Mitteilungen der Zentralwohlfahrtsstelle und der ihr angeschlossenen Geschäftsstellen Zur Organisation Am 16. Januar d. J. fand eine Mitgliederversammlung des Wohlfahrtsvcrbandes für Nordsachsen in Magdeburg unter dem Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Wilde statt. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und die Hauptsteüe für jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise waren durch Dr. Ollendorff, Berlin, vertreten. Die Sitzung, welche besonders der Beratung von Organisations- und Ausbaufragen des WoliU'ahrtsverbandes galt, faßte zwei für die weitere Arbeit außerordentlich bedeutsame Beschlüsse: Vom 1. April d. J. ab wird eine Provinzialfürsorgerin angestellt, und vom gleichen Zeitpunkt an wird ein regelmäßig vierwöchentlich zusammentretender Arbeitsausschuß gebildet, dem die folgenden Personen angehören: Rabb. Dr. Wilde, 1. Vorsitzender, San.-Rat Dr. Frankenstein, 2. Vorsitzender, Benno Kallmann, Schatzmeister, Herrn. Broder, Karl Becker, Rechtsanw. Willi Spanier, Frau Dr. Ruth Margolinski. Sodann wurde eine Entschließung gefaßt, welche den Bezirksgemeinden dringend die finanzielle Beteiligung an der von der Hauptstelle zu errichtenden neuen Arbeiterkolonie empfiehlt. Der Verlauf der Beratungen, vor allem das große Interesse der anwesenden Vertreter von Gemeinden des Bezirks an allen mit dem Ausbau in Verbindung stehenden Fragen, berechtigen zur Erwartung einer starken inneren Kräftigung des Verbandes. In Berlin tagte am 27. Januar d. J. eine Hauptversammlung des Provinzial-Wohlfahrtsverbandes Brandenburg unter dem Vorsitz von Herrn Rabbiner Dr. Sa- Iomonski. Die Provinzialfürsorgerin konnte in ihrem Arbeitsbericht von einem erheblichen Anwachsen der Arbeit, von der Möglichkeit besserer sozialer Bearbeitung der einzelnen Fälle und von der stärkeren Interessierung einer Reihe von Bezirksgenieinden berichten. Dr. Kreutzberger von der Hauptstelle für jüd. Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise berichtete über Gegenwartsfragen dieser Arbeitsgebiete, vor allem über das Projekt der Arbeiterkolonie, deren weitgehende Förderung von der Versammlung beschlossen wurde. Für den Frühsommer wurde ein Wohlfahrtstag — voraussichtlich in Brandenburg a. d. II. — vorgesehen. Im Anschluß an das vorstehend Berichtete sei allgemein die außerordentliche Bedeutung der Bestellung hauptamtlicher ausgebildeter Fürsorgekräfte für die Arbeit der Provinzialwohlfahrtsverbünde hervorgehoben. Sie hat sich überall, wo sie in den letzten Jahren durchgeführt wurde, voll bewährt, und sie muß allen Bezirken, in denen sie noch nicht durchgeführt ist, auf das angelegentlichste empfohlen werden. Tuberkulosefürsorge Bericht über die Leistungen des Offenen Fonds der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Tuberkulosefürsorge" im Jahre 19 2 8. Im Jahre 1928 wurden insgesamt 237 Fälle (gegen 231 im Jahr 1927) unserer Jüd. Tuberkulosefürsorge gemeldet, von denen in 124 Fällen Zuschüsse aus dem Offenen Fonds gewährt wurden. In den übrigen 113 Füllen handelte es sich um Anfragen, Attestprüfungen, Beratungen und auch abgelehnte Anträge, die nach unseren Richtlinien für eine Verschickung nicht geeignet waren. Von den 124 unterstützten Patienten waren: 48 Männer, 50 Frauen, 103