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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-03-01 · 2 (März-April 1929) · p. Seite 99

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
2 (März-April 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 99 (sequence 33)
Language
German
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Marokko, Aleppo, Jemen usw. ins Land gelockt hat, das bettelnd die Straßen der Städte durchzieht. Zwischen diesem alten und dem neuen Jischub bestand in den Jahren vor dem Kriege kaum irgendein Zusammenhang; man lebte vollständig getrennt von einander, jeder einzelne nach seiner Facon, ohne gegenseitige Verantwortung für einander. Die erste Brücke zwischen den beiden Lagern wurde durch das Schulwesen der Zionistischen Organisation geschlagen; in die Kindergärten und Schulen traten viele Kinder aus dem alten Jischub ein, und nachdem die Kreise, welche nach dem Aufbau Palästinas strebten, auf diese Weise Einfluß auch auf diese noch ganz spröden Elemente erlangten, mußten sie weitergehen und sich für den Zustand der gesamten Familie interessieren. Im Kriege, als die Chalukahbc/.üge aufhörten, und die Chalukahempfängcr, die bis dahin eine kleinbürgerliche Existenz geführt hatten, plötzlich der tiefsten Not überlassen waren, als andererseits die englische Verwaltung ins Land kam, welche mit der jüdischen Bevölkerung des Landes als einer Gesamtgruppe rechnete, die sie der arabischen und der christlichen Gruppe gegenüberstellte, wurde es sowohl vom rein menschlichen wie vom politischen Standpunkt aus zu einer unabweisbaren Pflicht des neuen Jischub, sich um den alten Jischub zu kümmern. Ausgerüstet mit einem hohen nationalen und sozialen Verantwortungsgefühl und mit den sozialen Anschauungen und Erfahrungen westlicher Länder, traten noch während des Krieges, aber hauptsächlich in den Jahren nach dem Kriege die Angehörigen des neuen Jischub als Schöpfer einer ganzen Reihe von planmäßig betriebenen Institutionen zur jüdischen Wohlfahrtspflege auf. Den Anfang machte die amerikanische zionistische Frauenorganisation „Hadassah", die ein ganzes System der Krankenfürsorge und Gesundheitspflege mit Krankenhäusern, Ambulanzen, Schulärzten, Ausgabe von Medikamenten, Schwangerenpflege usw. schuf. Es folgte — ebenfalls zum größten Teil aus amerikanischen Mitteln — die Fürsorge für die Waisen, deren Zahl infolge der Kriegsverhältnisse gewaltig gestiegen war. Hierzu kamen dann Obdachhäuser, Suppenküchen, Darlehenskassen, eine Reorganisation der Altenhcime, des Blindenheimes und der Irrenanstalt, ferner Säuglingsstationen, Berufsschulen, Abendkurse, Kleiderverteilungsstellen, Schulmahlzeiten, Kinderspielplätze usw. Neben den großen Wohltätigkeitsinstituten, die zum größten Teil von ausländischen Mitteln subventioniert wurden, entstanden im 99

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