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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-01-01 · 1 (Januar-Februar 1929) · p. Seite 55

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
1 (Januar-Februar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 55 (sequence 57)
Language
German
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not, schloß sich eine Anzahl Männer und Frauen, Sachkenner der Wohlfahrtspflege und Aerzte zu der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Hilfe für das Jüdische Kind" zusammen. Ihnen folgte sozialgesinnte Jugend. Vielen Aufgaben hat die Kinderhilfe seit ihrer Gründung gegenübergestanden und auf mannigfache Weise hat sie ihre Lösung gesucht. Oberster Grundsatz ihrer Arbeit war stets: die Kinderpersönlichkeit als Ganzes zu begreifen; zu erforschen, welche Konstitution, Umwelt und Einflüsse für ihr Sein und ihre Entwicklung maßgebend waren, um auf Grund dieser Erkenntnisse planvolle Hilfe zu finden. So hat die Kinderhilfe in den ersten Jahren ihrer Tätigkeit die Ausübung der Familienfürsorge als notwendig erkannt, um den Flüchtlingsfamilien einen Untergrund bauen zu helfen, auf dem ihre Kinder leben konnten. Als später die Umorganisation der gesamten jüdischen Wohlfahrtspflege Berlins stattfand, übernahm das neugebildete Wohlfahrts¬ und Jugendamt diese Aufgabe unter Heranziehung und Beteiligung der Kinderhilfe. Die hierdurch freiwerdenden Kräfte konnten wir in erhöhtem Maße der ärztlichen, sozialhygienischen und pädagogischen Arbeit zuwenden. Durch die steigende freiwillige Arbeit bekannter Spezialärzte wurde der notwendige Ausbau der Poliklinik ermöglicht, deren Schlußsteine die im Jahre 1926 eingerichtete Kinderzahnklinik und die orthopädische Abteilung bilden. Eine besondere Freude brachte uns das im Jahre 1923 durch einen Freund unserer Einrichtung gestiftete Tagesheim für Säuglinge und Kleinkinder. Es wurde uns dadurch möglich, wenigstens einen Teil der Kinder, die besonders unter schlechten Wohnverhältnissen, außerhäuslicher Erwerbsarbeit und Ueberlastung der Mütter leiden, aus ihrem ungünstigen Milieu herauszunehmen and in gesunder Umgebung und sachgemäßer Pflege aufblühen zu sehen. Die ärztliche Tätigkeit stand und steht in engster Verbindung mit der Fürsorgearbeit. Sie sehen ihre gemeinsame Aufgabe darin, dem erkrankten Kind alle Möglichkeiten zur Heilung zu verschaffen. Das gesunde Kind aus ungünstigem Mileu und das schwächliche wollen sie kräftigen und vor schwerer gesundheitlicher Schädigung bewahren. Ihre vorbeugende und nachgehende Fürsorge gilt besonders den durch Rachitis und Tuberkulose Gefährdeten. Die Arbeit der Zahnklinik beginnt mit planmäßiger Sanierung bereits bei dein Kleinkinde. Dasselbe Prinzip waltet in der Arbeit der Krüppelfürsorge, über die der Leiter dieser Abteilung noch berichten wird (Siehe Seite 49). Die Erholungs- und Kurfürsorge ist seit Bestehen unserer Einrichtung niemals als zufällige Einzelmaßnahme angesehen, sondern stets als Teil eines Heilplanes verwendet worden. Besonders vertiefte Zusammenarbeit von Arzt, Erzieher und Fürsorger, erfordert das nervöse und seiner Umgebung als schwererziehbar erscheinende Kind. Ihm versucht die seit 1923 bestehende heilpädagogische Abteilung und der Sonderhort gerecht zu werden. Unsere Stelle verfolgt, gestützt auf das Vertrauen, das ihr die bedürftige Bevölkerung entgegenbringt, in täglicher Kleinarbeit das Ziel, hygienische Aufklärung zu leisten und die Grundsätze einer gesunden Lebensweise zu verbreiten. Die von uns ausgeübte Gesundheitsfürsorge wirkt sich in der Zusammenarbeit mit den anderen Organisationen der Kinder- und Jugendwohlfahrt aus. Eine Reihe von Schulen, Kindergärten und Heimen ist unserer ärzt- 55

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