Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Behagen der Alten trägt der Aufenthalt unter Glaubensgenossen wesentlich bei. Der Ring hat sich geschlossen. Von der Geburt bis ins Greisenalter haben wir mit sozialhygienisch eingestelltem Auge den deutschen Juden begleitet. Natürlich wechseln in der Wohlfahrtspflege wie die Notstände so die Aufgaben. In dieser Hinsicht ist die Nachkriegszeit ja besonders lehrreich. Bestehen bleiben aber wird der Grundsatz, den zu erläutern diese Zeilen versuchten, daß die jüdische Wohlfahrtspflege wesentlich solche Aufgaben zu erfüllen habe, welche aus der besonderen Struktur der Judenschaft heraus die allgemeine Wohlfahrtspflege ergänzen. Ansprache anläßlich der Einweihung der neuen Räume der Jüdischen Kinderhilfe (Berlin, Auguststr. 14/15) Von Prof. Dr. Paul Glaessner-Berlin Um die Wiege des jüngsten Kindes unserer Gesellschaft, der orthopädischen Abteilung der Jüdischen Kinderhilfe, haben sich heute Männer und Frauen versammelt, um diesem Kinde, das ich aufziehen und leiten soll, Wünsche für sein. Leben zu überbringen. Niemals fühlt man übernommene Pflicht stärker als in dem Stadium der Entwicklung, in welchem das Schutzbefohlene hilflos und unselbständig noch in der Welt steht, tausenden von Gefahren ausgesetzt, deren Herkunft und Gewalt man noch gar nicht einmal kennt. Aber die gütige Patenschaft, die Sie durch Ihr Erscheinen schon heute bewiesen, gibt mir eine gewisse Zuversicht für die Gegenwart und auch für die Zukunft. Sie haben, meine sehr verehrten Damen und Herren, einen Ueberblick bekommen über die Entwicklungsgeschichte dieses Kindes, und warme Worte der Weihe sind ihm bei seinem Eintritt in die Öffentlichkeit gewidmet worden. So übernehme ich denn mit ruhiger Zuversicht und im Vertrauen auf Gottes Hilfe die Leitung der orthopädischen Abteilung der Jüdischen Kinderhilfe. 48