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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-01-01 · 1 (Januar-Februar 1929) · p. Seite 39

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
1 (Januar-Februar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 39 (sequence 41)
Language
German
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hat, jeder Versuch eines Wiederaufbaus aussichtslos ist. In der Tat, es gehört ein Optimismus auf weite Sicht dazu, um an das Werk heranzugehen, aber an Optimismus hat es uns niemals gefehlt. Freilich wird es gut sein, wenn wir heute schon der uns gesetzten Grenzen gedenken. Es ist bezeichnend, daß am Schlüsse eines Briefes von Bertha Pappenheim, der sich bei unseren Akten befindet, gesagt wird: Es wird die Aufgabe der Landesverbände sein, weit umfassende aktive Fürsorge zu treffen durch Wollen und Geld! Daß es an dem Wollen nicht gefehlt hat, ist durch die bisherigen Darlegungen erwiesen, und es gibt niemanden unter uns, der sein Gewissen und sein Verantwortungsgefühl mit dem alten Satze beruhigen möchte: In magnis voluisse sat est. Aber das Geld? Es muß hart und nüchtern ausgesprochen werden, daß wir in absehbarer Zeit diese Forderung zu erfüllen nicht imstande sind. Der preußische Landesverband ist längst über die Aufgaben hinausgegangen, um deretwillen er gegründet worden ist; täglich treten Forderungen an ihn heran, denen er nicht entsprechen kann und darf, die Gemeinden — die Großgemeinden an erster Stelle — beginnen unter der Last der von ihnen an den Landesverband zu leistenden Abgaben darüber nachzudenken, wie sie zu verringern sind. Damit werden wir uns zunächst abfinden müssen. Schlimmer ist es, daß die Arbeiten des Wohlfahrtsausschusses in der jüdischen Oeffentlichkeit nicht dasjenige Interesse finden, auf das er Anspruch zu haben glaubt. Das beweist die Tatsache, daß auf die an die Gemeinden gerichtete Anregung, Wohnungsfürsorge zu treiben, im ganzen zwei Antworten von Mitlelgemeinden eingegangen sind. Auch Mißerfolge werden den W.A. nicht abschrecken, sein Wollen fortzusetzen bis zu der Zeit, wo das volle Können erreicht ist. 39

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