Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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rung. Dies geschah durch einen Aufruf, der von Dr. Peyser entworfen, in allen Gemeinde- und Verwaltungsblättern, in sämtlichen jüdischen Zeitungen unmittelbar vor den hohen Festtagen des vorigen Jahres erschien. Zugleich erging an die Rabbiner und Lehrer die Mahnung, den Inhalt des Aufrufs zum Gegenstand ihrer Festpredigten zu machen. Der Aufruf gab in der knappesten Form die notwendigen statistischen Ziffern für Preußen und Berlin. Er betonte, daß es augenblicklich keine wichtigere Frage für uns geben kann, als einen ausreichenden Nachwuchs in körperlicher Kraft und geistiger Frische heranzuziehen, und wies auf die Mittel hin, die sich boten, um den Gefahren zu begegnen: Die körperliche Kräftigung der Jugend, Berufsumleitung, Siedlungsbestrebungen, vernünftige Verteilung der Juden auf Stadt und Land, Stärkung des Verantwortungsgefühls. Der Aufruf fand ein Echo zunächst in der Organisation der Rabbiner, die sich in ihrem Sozialen Ausschuß freilich nur mit einem Ausschnitt der Bevölkerungspolitik, den Mischehen, befaßte. Dem Erfolge auf diesem Gebiete steht vielfach die Tatsache psychologischer Imponderabilien entgegen, denen mit Religion schwer beizukommen ist. Die sozialpolitische Aktion soll hygienischer, wirtschaftlicher und erzieherischer Natur sein, und innerhalb dieser Maßnahmen stellte sich die Frage der Wohnungsbeschaffung als das riesengroße Problem dar. In dem Wohnungsmangel liegt die Wurzel aller Schäden. Der Wohnungsmangel hindert die Eheschließung, die Wohnungsnot ist die Ursache der Geburteneinschränkung. Sie ist auf der anderen Seite auch der Herd der Krankheiten. Der bevölkerungspolitische Ausschuß beschloß, ein Preisausschreiben zu erlassen mit dem Thema: Das großstädtische Wohnungsproblem und sein Einfluß auf die jüdische Bevölkerung. Für die Bearbeitung ist eine Frist bis zum 1. April 1929 gesetzt. In diesen Rahmen gehört auch der Beschluß der W.A., einen Appell an die Gemeinden zu richten, durch Begründung von Kommissionen für Wohnungsfürsorge und Wohnungsbeschaffung sowie durch Unterstützung staatlich-städtischer Maßnahmen den schweren Mißständen abzuhelfen, die aus der Wohnungsnot innerhalb der jüdischen Bevölkerung entstanden sind. Auf der Linie der bevölkerungspolitischen Arbeit lag 37