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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-01-01 · 1 (Januar-Februar 1929) · p. Seite 36

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
1 (Januar-Februar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 36 (sequence 38)
Language
German
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Um die wissenschaftlichen Grundlagen für die bevölkerungspolitischen Arbeiten zu gewinnen, wurde eine statistische Erhebung innerhalb der preußischen Juden beschlossen, eine Aufgabe, für die sich Dr. Theilhaber zur Verfügung stellte. Sie sollten die biologischen Verhältnisse darzustellen suchen, den Altersaufbau, das Alter der Heiratenden, den Abstand zwischen den einzelnen Geburten, Abwanderung und Zuwanderung, die Mischehen und insbesondere, wie viele Kinder aus Mischehen dem Judentum erhalten bleiben, die Zahl der unehelichen Kinder. Es war klar, daß die Beantwortung der Fragen in den Großgemeinden angesichts der bedauerlichen Tatsache, daß sie der statistischen Büros entbehrten, auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen würde; aber der Verfasser des Fragebogens war mit Recht der Meinung, daß auch die Untersuchung in den Mittel- und Kleingemeinden wertvolle Resultate bringen werde, daß sie auf die immer mehr und mehr verödenden kleineren Ortschaften ein helles Licht werfen werde, und insbesondere auch für die Arbeiten des Landesverbandes im Hinblick auf die Schul- und Lehrerverhältnisse von Bedeutung sein könnte. Die Antworten auf die hinausgesandten Fragebogen sind über alles Erwarten zahlreich eingegangen und ihre Bearbeitung und die Veröffentlichung der Ergebnisse steht bevor; von der Bekanntgabe von Teilergebnissen soll zunächst abgesehen werden. Darüber hinaus wird in der Statistischen Sektion der Akademie für die Wissenschaft des Judentums die Volkszählung von 1925 für die gesamte jüdische Bevölkerung Deuschlands bearbeitet; das Resultat über die Altersverhältnisse, über Herkunft und Berufsverteilung usw. wird bei dem Umfange der Arbeiten erst in späterer Zeit veröffentlicht werden können. Für die zu ergreifenden praktischen Maßnahmen gab es eine Ueberfülle von Vorschlägen: Herausgabe von Flugblättern allgemeineren Inhalts, von Merkblättern über spezielle Fragen, Wanderkurse und Wanderausstellungen, bevölkerungspolitische Woche in allen Teilen des Reiches, Predigten, persönliche Beeinflussung der einzelnen Menschen, Volksversammlungen, Pressekonferenzen, Einberufung einer Konferenz aller Organisationen. Dem W.A. erschien als die erste und wichtigste Aufgabe die Aufklärung der Bevölke- 36

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