Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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eine frühe Eheschließung ermöglichen, und die die Aufzucht und Erziehung des Nachwuchses der Gemeinschaft erleichtern und verbessern. Dazu gehören: 1. An Stelle der früher wirksamen Brautausstattungsstiftungen und -kassen eine versicherungstechnisch ..auszubauende Ehekasse; 2. Die Bekämpfung der nur religiösen Trauungen und das Bemühen der Gemeinden, ostjüdischen Ehekandidaten zur Beschaffung ihrer Papiere oder zu einem Ehekonsens in irgendeiner nach dem deutschen Gesetz erforderlichen Form zu verhelfen; 3. Die Gewährung von Stillprämien an jede Mutter vom 2. Kinde ab, der Entbindungskosten vom 3. Kinde ab und der Abschluß einer Versicherung für jedes 4. Kind, die demselben einen Erziehungsbeitrag und nach seinem 14. Jahre eine berufliche Ausbildung gewährleistet. Der Landesverband wolle weiterhin beschließen, in den Etat eine Summe einzustellen, welche die Durchführung der Arbeiten des Ausschusses ermöglicht. Der bevölkerungspolitische Ausschuß wurde von dem Wohlfahrtsausschuß eingesetzt. Seine Leitung übernahm die stellvertretende Vorsitzende des Wohlfahrtsausschusses des Landesverbandes, Frau S. Wronsky, zu Mitgliedern wurden die Vertreter der großen Organisationen: der Zentralwohl - fahrtsstelle (Dr. Ollendorff), des Frauenbundes (Hannah Karminski), des Berliner Wohlfahrtsamtes (E. Caspary), des Rabbiner-Verbandes (die auswärtigen Rabbiner Dr. Eschelbacher und Dr. Horovitz), die Aerzte Dr. Peyser und Dr. Tugendreich, der Statistiker Dr. Teilhaber und der Vorsitzende des Vereins für Familienforschung (Dr. Czellitzer) ernannt. Für seine wissenschaftlichen und praktischen Vorarbeiten wurden 10 000 RM zur Verfügung gestellt. Um den Boden zunächst für die Arbeiten zu bereiten, gab Frau Wronsky eine Uebersicht über den Geburtenrückgang und seine Ursachen, über die Mischehen, über die Verschlechterung des Gesundheitsstatus (Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten, Krebs) und damit im Zusammenhange über die steigende Sterblichkeitsziffer, über die psychischen Krankheiten (Paralyse bei den Männern, Depressionen bei den Frauen), über die zahlreichen Selbstmorde, über die steigende. Jugendnot, verursacht durch die mangelnden Schutzmaßnahmen für Mutter und Kind, die soziale Aechtung der ledigen Mütter, über die nur religiöse Trauung bei den Ostjuden, die Frauen und Kinder dem Staate gegenüber schutzlos mache, den Mangel an jüdischen Pflege- 34