Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Fürsorgeanstalt für männliche Zöglinge in Rcpzin ist als eine Notwendigkeit allgemein anerkannt worden, für einen Neubau hat auch der W.A. Mittel bewilligt. Es ist angeregt worden, von Zeit zu Zeit Revisionen von Anstalten vorzunehmen; wie weit und in welcher Weise dieser Vorschlag durchzurühren ist, wird in allernächster Zeit geprüft werden. IV. Anregung und Durchführung von Reformen. Der W.A. brauchte nicht lange nach Anregungen zu suchen. Die Notwendigkeit von Reformen drängte sich ihm unwiderstehlich von selber auf. Das bevölkerungspolitische Problem hält die deutschen Juden seit langem in Atem. Versuche, ihm beizukommen, mit kleinen und unzulänglichen Mitteln unternommen, mußten scheitern. Aber ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber dem ganzen Komplex von psychologischen, sozialen, wirtschaftlichen und materiellen Schwierigkeiten durfte nicht dazu verführen, die Hände in den Schoß zu legen. Schon seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts war der dauernde Rückgang der jüdischen Bevölkerung deutlich erkennbar, nachdem besonders in den Städten titln y.wi^i oder \.\i1K ii 111 t--t?i \ ,s( i* m \\ i»1 in dt't llmwt'll, diu Freilich durch die l-iindbcvölkcriinj; einij'cvmiiKen einen Krsalz fand, herrschend geworden war. Die Kriegs Verluste »in kräftigen jungen Männern, die durch den Krieg verursachten Krankheiten, die wirtschaftliche Not, hatten das Ucbcl verschlimmert. Die bei der letzten Volkszählung von 11)25 festgestellte Zunahme der Juden um 291)01) Seelen hatte niemanden täuschen können, da dieser Zuwachs nicht auf natürlichem Wege zustandegekommen war, sondern in der Hauptsache durch die Einwanderung aus den östlichen Ländern. Duzu die Mischehen, deren Nachkommen zumeist für das Judentum verloren gehen. Schon in der ersten Landesvcrsummlung im Juni 1925 brachten die Frankfurter Abgeordneten folgenden Antrag ein, der ihnen von Bertha Pappenheim mit auf den Weg gegeben worden war: Der Landesverband wolle beschließen, einen Ausschuß für B c v ö I k e r u n g s p o 1 i t i k einzusetzen. Derselbe hätte außer den schon bekannten und teilweise unabhängig voneinander gemachten wissenschaftlichen, statistischen und biologischen Erhebungen (Familienforschung, Stammbäume) sich energisch für die praktischen Seiten der Frage einzusetzen. Er hätte bei allen Gemeinden gleichmäßig auf die Durchführung solcher Maßnahmen zu drängen, die 33