Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Journal
- Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
- Volume
- 1 (1929)
- Issue
- 1 (Januar-Februar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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mensae academicae, die der L. V. subventioniert, sind ein Beweis für die Bedürftigkeit vieler Studierenden. Die Begründung eines, wenn auch nur kleinen, Stipendien-Fonds für nachweislich begabte Studierende an den Universitäten und Hochschulen wird schon in der nächsten Zeit Gegenstand der Beratungen des WA. sein, aber auch für junge Leute, die sich der Technik und dem Handwerk widmen und sichtbare Beweise ihrer ganz besonderen Eignung erbracht haben, wird gesorgt werden müssen. II. Die Gesetzgebung. Die Beobachtung und Beeinflussung der Preußischen Gesetzgebung und der ergehenden Verordnungen ist eine Aufgabe, die der WA. naturgemäß mit anderen Organisationen, insbesondere mit der Z.W.St. teilt, und die unter Umständen in andere Verwaltungszweige des Landesverbandes übergreifen kann. Da der Dezernent des W.A. den geschäftsführenden Ausschüssen ihm nahestehender Verbände angehört und immer angehören muß, so ist er in der Lage, den Fortgang der Wohlfahrtsgesetzgebung im Auge zu behalten und gegebenenfalls die Autorität des Landesverbandes als der geordneten Vertretung der preußischen Juden einzusetzen. In dieses Aufgabengebiet fiel in der letzten Zeit die Gefangenenfürsorge, für die eine staatliche Regelung immer noch fehlt. Da die Gcfangenen-Seelsorgc eine Aufgabe der Rabbiner ist, wird der Rabbiner-Verband zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft jüd. Gefährdetenfürsorge der Z.W.St. hier eine führende Stellung einzunehmen haben. Diese Fürsorge wird nicht nur in die Hände der Rabbiner, sondern auch der sozial tätigen Männer und besonders der Frauen gelegt werden müssen. Es darf in diesem Zusammenhange nicht unerwähnt bleiben, daß zwar noch nicht der W.A., wohl aber der Große Rat des Landesverbandes Anlaß gehabt hat, sich mit einem Ausschnitt aus der Strafgefangenen-Fürsorge zu beschäftigen. Von der Hauptstelle für Wanderfürsorge ist die Anregung ausgegangen, eine Arbeiterkolonie zu begründen, in der neben den inländischen und ausländischen Arbeitslosen auch die Strafgefangenen, die nach verbüßter Haft, von allen zurückgestoßen, bei dem besten Willen ihre frühere Tätigkeit nicht wieder aufnehmen können, landwirtschaft- 31