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Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege · 1929-01-01 · 1 (Januar-Februar 1929) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege
Volume
1 (1929)
Issue
1 (Januar-Februar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 23 (sequence 25)
Language
German
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Wohlfahrtspflege nur eine Störung seiner wichtigen Aufgaben: der Hebung und der Entfaltung des religiösen Lebens; nur der äußerste Zwang, meinte er, könnte einen Uebergriff auf das Gebiet der Wohlfahrtspflege rechtfertigen; er hielt es nicht für wünschenswert, in das große Netz von Einzelorganisationen ein neues einzuschieben, er sah sogar die Möglichkeit oder gar die Wahrscheinlichkeit voraus, daß sich Meinungsverschiedenheiten unter den Parteien bilden und politische Gegensätze entstehen könnten, wo sie bisher ferngehalten wurden. Alle diese Befürchtungen waren völlig gegenstandslos. Der vom Rat für das Wohlfahrtswesen des Landesverbandes bestellte Dezernent hat niemals den Gedanken gehabt, die Z.W.St. auszuschalten. Der Fortbestand der Z.W.St. war schon deswegen notwendig, weil die Vertretung aller jüdischen Wohlfahrtsangelegenheitcn gegenüber den Reichs- und Staatsbehörden ihr mit der ausdrücklichen Forderung anvertraut war, daß die freie Wohlfahrtspflege gegenüber der amtlichen sich in einzelnen Spitzenverbänden organisieren sollte. Nachdem einmal die Z.W.St. als die Trägerin der freien jüdischen Wohlfahrtspflege von den Reichs- und Staatsbehörden anerkannt worden war und ihr die öffentlichen Mittel für die Wohlfahrtspflege zugewendet worden waren, wäre es ein politischer Fehler gewesen, den Landesverband an ihre Stelle zu setzen; und ferner: alle die Beträge, die seitens der provinziellen Organisationen in Preußen und der außerpreußischen Landesverbände der Zentralwohlfahrtsstelle zuflössen, wären sicherlich für den Preußischen Landesverband verloren gewesen. Beließ man aber der Z.W.St. ihre Funktionen, so war es dringend notwendig, mit der größten Sorgfalt die Aufgaben des W.A. festzulegen und von denen der Z.W.St. abzustecken. Der Wohlfahrtsdezernent des Landesverbandes erhielt den Auftrag, im Verein mit den Vertretern der Z.W.St. den Aufgabenkreis des W.A. zu umreißen und die Abgrenzung der Arbeit dieses Ausschusses von der der bestehenden großen Wohlfahrtsorganisationen vorzunehmen. Diese Aufgabe war so schwierig, daß von maßgebender Seite der Vorschlag gemacht wurde, den W.A. überhaupt nicht ins Leben zu rufen und bei der nächsten Gelegenheit ihn aus 23

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