Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 5 (1846)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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21 Sie, werthcster Herr, und andere, die ini gebildeten Deutschland leben, werden sich wundern, daß man bei uns das Interesse für philantropische Anstalten erst durch Proklamationen hervorrufen muß, leider ist es aber so! — Sie werden in der aU;V Zeitung des Judenkhums von den Bestrebungen des Lemberger Vorstandes, zur Kreirnng solcher Anstalten angetroffen habe», und wie die Gemeinde, theils aus Scheelsucht, theils aus Beschränktheit, Zetkcrgcschrei darüber erhoben hat, und welche Kämpfe sie auszustehcu hatten, bis sie durch kräftige Unterstützung von Seiten der humanen hochherzigen Negierung ihre Gegner bc< schämt in die Schanze schlugen. Eben so würden wir, ich und meine Herren Kollegen, als Gemeinde-Vorsteher die wir ein Spital und eine deutsch-israelitische Schule, die in der eben zitirten Zeitung bereits in Nr. 39 d. v. Jahrg. erwähnt ist, ins Leben zu rufen arbeiten, den Anfeindungen' der Gemeinde ausgcseht sein, wenn wir nicht von den hohen Behörden unterstützt wären. Von unsrer Jnstallirung als Vorsteher hat, sich die Gemeinde nur Unheil versprochen: ״Diese aufgeklärte» Vorsteher hieß es, werden uns eine Schule, der Lemberger ähnlich, wo die Bibel mit der verrufenen Mendelsohn'sche» Uebersetzung u. dglgelehrt wird, errichten, und unsere Kinder zu Ketzern machen!" Und wie es in Lemberg im Großen, so war es bei uns im Kleinen. Die Gemeinde hatte'durch Schwärmer und orthodoxe Talmudisten, ihre Rädelsführer, an die hohe Landeestelle über unsere exof. Anstellung von Seiten des lvbl. Kreisamtes reknrirt, und die erleuchteten Behörden ließen sie das Vcrabscheuungswerthe ihrer verkehrten Gedanken fühlen. Und es würde, uns in Wahrheit, an pekuniären Mitteln zur Realisirung unserer Institute fehlen, wenn das löbl. Kreisamt, insonders dessen Chef, der ehrwürdige für alles Gute und Edle begeisterte Herr Gubecnialrakh und Kreishauptmann v. Kratter und die löbliche Verwendung des edeln Herrn KreiskommissärS v. Babvr uns nicht energisch unterstützten, und uns nicht von der Ferne her mildthätige Hülfe zugekommcn wäre. So schickte uns der Herr Baron S. von Rothschild aus Wien und andere Gemeinde» Galiziens, von den hohen Behörden aufgcsordert, Beiträge zum Bau des Spitalcs, das sich der Vollendung erfreut. Den Fond zu dessen fernerer Unterhaltung, habe» wir eben durch die Mitwirkung der hohen Behörden ziemlich gr° sichert; es hängt aber Vieles vom MildthätigkeitSsinn der Gemeinde <0, und diesen aus der Letargie zu wecken strebe iw hiermit: