Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 23 (1869)
- Issue
- 36 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 97)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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— 94 — artigen Ausgabe entsprechenden Wissen ausgerüstet, hat der Verfasser nun eine schöne trefflich ausgefllhrte Pacelle seiner Studie geboten, und hat er hiemit eine sprechende Probe seiner Gelehrsamkeit, Umsicht und Begabung wie seine« Berufes zu diesem Gebiete auss Löblichste abgelegt. Indem wir ihm m ch für den taktvollen Blick und Gedanken, zur Emanzipation eines hochbedeutenden jüdischen Wissenszweiges den Impuls gegeben zu haben, einen besonder» ausrichtigen Dank votiren, scheiden wir mit einem Herzlichen ״Glückauf!" zur baldigen Fortsetzung dieser schönen Arbeit von dem verdienten Verfasser. Ein Namensregt st er der iw Buche angesührlen Schriftsteller nebst Angabe de« Zeitalters ihres Leben« und Wirkens, scheint vergessen worden zu sein, und sollte als bedeutende Lücke ausgesüllt werden. 3. ״Memoiren" von Dr. M, L e t t e r i s. Ein Beitrag zur Literatur- und Culturgeschichte im XIX. Jahrhundert. Erster Theil. tWien bei I. Schloßberg 1869.) Ein Dichterleben! Wo gibt es etwas Interessanteres, psychologisch ansprechenderes und einnehmenderes, als der Einblick in die Ur- und Werkstälte eines entstehenden, sich entfaltenden und bis zur voUenbelen Reise gestaltenden Dichterlehens! Und nun gar eines jüdischen Dichterlebeus, das aus dem Schooße mittelalterlicher vbscurer Orthodoxie hervorgegangen, im Nachtschatten düsterer Vorurtheile und mikrvlogischen lleinkläubigen Studiums sich entfaltet und heranwuchs und unter mühseligen widerwärtigen Kämpfe» zu einer prächtigen Eiche des Parnasses für Welt und Leben sich gestaltet und ansgebildet? — — Hoffentlich wird man uns den sträflichen Mißgriff im Ausdrucke: da« Leben eines speciell jüdischen Schriftstellers, um den sich keine Mücke kümmert, von dem Keiner fragt:wie und wovon er lebt, eigentlich vegetirt und den man, wenn's hoch kömmt, erst wenn er dem mühseligen Dasein seinen Sterblichkeitstribut abgezahlt, aus Nichts kostende Weise, zu verehren beginnt, ein solches Dasein, sagen wir, mit dem Epitheton Leben ironisch zu brandmarken, nachsichtsvoll verzeihen. — Es ist eben ein farbenreiches Lebensgemälde eines derartigen leider — oder Gott sei Dank — heutzutage immer seltener werdenden Märtyrers, das Altmeister Letteris, in seiner weltbekannten gediegenen Kern- und Mark« spräche uns bietet. Es ist das Lonterfei seiner eigenen Erden-, Kunst und WissenSwallsahrt. Wir haben den eminenten Leistungen des Dr. Letteris schon zu oft den Kranz der Würdigung geflochten, als daß wir neuerdings eine wiederholte Glorification seiner neuesten Schöpfung zu constatiren uns genöthiget sehen sollten. Das bereits Anerkannte bedarf keiner wiederkauenden An- Preisung. Doch können wir e« nicht unterlassen, die Beachtung unserer Leser aus einen besonder» Vorzug dieses Buches zu lenken. Dieser dürste sich sehr täuschen, wenn er in dem Rahmen vorliegenden Lebensgemäide« nur da« Spiegelbild einer einzelnen literarischen P-rsönlichkeit vorgesührt zu gewärtigen hätte. Letteris sührt uns in demselben eine Reihe von Cvriphäen vor, mit Episoden aus deren Leben ausgeschmückt, die von höchstem Jnieresse und nur noch spärlich bekannt sein dürsten, und die in Folge der Berührungspunkte m i t ihm, als dem Brennpunkte des Buches, wie der reflectirenden Einwirkung auf ihn und sein fortschreitendes Emalten, dem Ganzen die kompletircude Rundung verleihen. So sehen wir hier: