Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 23 (1869)
- Issue
- 36 (1869)
- Date
- 1869-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 96)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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93 Heerschau literarischer Novitäten von M. E. Stern. 1• ״Der jüdische Stamm." Ethnographische Studien von Dr. Ad. Jetlinek. (Wien 1869. Heizstld und Bauer.) Dieses treffliche gediegene Werk unseres gefeierten Jellinek hat bereits gleich dem Stamme, dessen Namensträger es ist, allenthalben seit dem kurzen Zeiträume seines Ers beinens ringsum die Welkrunde gemacht, ha! säst cllieitig bereits kriti che Würdigung gesunden und seinem Ber'affer die verdienten Lorbeer» der Anerkennung gebracht. In seiner ersten Aufläge beinahe vergriffen, ist es, wie jede hervorragende Erscheinung im Gebiete der Literatur, in fernster Ferne bereits ansgegriffen, in fremdsprachliche Uebersetzung iibergegangen, und Eigenthum fremder Idiome geworden. Wie kämen wir nun dazu, die wir mit unsrem Heste diesmal etwas später kommen, dieses dermalen schon einstimmig empfohlene Buch nechma s mit kritischen Tiraden zu beleuchten und das bereits Gemeingut und Lieb ingslecture der Lesewelt Gewordene wiederholt auf dem Präseutirteller der Beleuchtung zu kredenze»? — Schon die Idee dieses Werkes ist eine geniale, und das Ganze eine sprühende Lichtemanation eines wissensverklärten seltenen Forschergeistes, glänzend und farbenreich in seiner Anlage und Ausführung, elastisch gerundet in seiner Vollendung. Mit unparteiischer edler Selbstverläugnung mischt hier der gelehrte Denker die Farben seines Gemäldes und — was zu dessen Hauptvorzügen zählt — keiuer würde daraus den berühmten jüdischen Prediger, den Pastoralen Maestro erkennen. Ohne uns auf ein ferneres detailirtes Eingehen über die vielseitigen eminenten Vorzüge und Glanzpunkte -dieses Buches einzulassen, stellen wir als Essenz und Resums unseres Urtheils nur die stehende Frage auf: Ist der ״jüdische S t a m m" mehr eine Zierde seines Versassers, als dessen Versaffer mehr eine Zierde des jüdischen Stammes? — Teku. 2. ״Etu-ie>1 über jüdische, iusonder« jüdisch-arabische Religionsphilosophie" von Dr. A. S ch m i e d l. (Wien 1869, Herzseld u. Bauer.) Hr. Dr. Schmieds ist durch so manche bisherige schöne Leistung im Gebiete der Hcrmaneutik, wie durch seine sragmentarischen Arbeiten in Zeitschrisleu dem Publikum bereits aufs Vortheilhasleste bekannt, wie er als Redner rücksichtlich seiner rhetorischen Begabung bereits zu den Hervorragenderen zählt. Mit diesem Creditbriese der ihm verdientermaßen zucrkaiinten Anerkennung tritt er diesmal mit einer werihvollen weitumsaffenden Studie vor das Forum der Oessentlichkeit, welche die Darstellung der jüdischen Religionsphilosophie zur Aufgabe sich gestellt. Dieses Thema ist eben so bedeutungsvoll und zeitgemäß wie weithin sich erstreckend und schwierig. Es hat der Forscher hier durch gar viels-che vielveruvcigte Labyrinthe antiken Schristlhums sich durch;,,winden, um vermittelst de« Ariadnensadens des von ihm cnlworsenen Planes die angemessenen Bausteine aus den Schachten des Alterthums ,11 holen, um sie mit organisatoriicher Gewandtheit zur Gründung semes Systembaues zu verwenden und ein Ganzes, Vollendetes zu bieten. Mit allem der Lösung einer der-