Mannheim
Compact Memory

Kokhve Yitsḥaḳ · 1865-01-01 · 31 (1865) · p. Seite 142

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kokhve Yitsḥaḳ
Volume
19 (1865)
Issue
31 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 142 (sequence 143)
Language
Hebrew, German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4785731-4788177-6613327--3145-4788320
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

142 größten deutschen Dichters, an Goethe'S Faust, zu legen und mit grandioser Sprachgewalt und Kunstgewandtheit eS auch seiner Vollendung zuzuführen. Der Griff, in Elisa den Abujah dem ebräischen Publikum den Faust vorzuführen, war und bleibt ein genial-glücklicher, und man könnte, in umgekehrtem Sinne, den Spruch ״Hu w’lo- A c h e r“ darauf anwenden. WaS die Auffassung und Bearbeitung betrifft, so ist diese fast durchgängig eine überaus glückliche zu nennen. Denn, wenn auch einige blutwenige Stellen sich vorfinden dürften, in denen das exotische germanische Element als vorwiegend und dominirend sich herausstellt und den Firniß und das Goldgewebe der nur allzuschönen Meistersprache durchschimmert, so bekundet sich dieses nur als fernlicgende kaum wahrzunehmbare Ahnung und dient uns dieses nur zur Erinnerung an die kaum zu bewältigende unglaubliche Schwere des zubearbeitenden Stoffes, und muß es den Leser nur ferner daran mahnen, daß Lettens auch im Gebiete der deutschen Poesie, als Dichter, einen wohlverdienten Rang einnimmt. Wir würden den überdichtcnden verdienten Bearbeiter übrigens nur nahe treten, wollten wir hier einzelne Piscen hervorheben und ihnen die Palme der Bevorzugung reichen und mit der Krone der Auszeichnung sie decoriren. Es ist das g a nz e Werk, wo und von welchem Gesichtspunkte aus es auch betrachtet und beurtheilt werden möge, ein dustdurchweh'ter Zaubergarten echtorientalischcr Blumen, gekeimt und großgezogen im Geiste des reinsten, feinsten und gediegensten Ebraismus, von denen auch die winzigste Blüte herrlicher Ausdrucksweise an die leider längst verklungene und vergessene von den Weiden Babylons getragene Harfe Zion's mahnt und mit wehmüthigem schauerlich bangem Erinnerungsklange uns durchzuckt und mit bezaubernder magneti-- scher Sehnsucht uns fesselt und bannt. Entzückt von den Heimatlichen Lauten meisterhafter Sprache, die uns aus dem restgebliebeneu Schriftthumsschatze derProphcten nur begeisternd noch entgegen tönen, durchwallen wir diesen in der Fülle poetischen Glanzes strahlenden, mit der üppigen Farbenpracht morgenländischer Dichtung verklärten Hesperidenhain, prangend im reichen Schmucke der süßesten Liedertrauben eines östlichen Meistersängers, und bewundern dankbar wir den hochbegabten Pflanzer, der mit kunstgefei'ter Hand diese Meisterschöpfung mit genialem״ Werde" hervorrief, und scheiden wir nicht blos versöhnt, sondern vielmehr bewundernd von dem Bearbeiter, ob des undenkbar fast tollkühn scheinenden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.