Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 16 (1862)
- Issue
- 28 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 55)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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gereichenden Antiquitäten Sorge tragen wolle. Die Grabsteine werden nun in Wiener-Neustadt auch wirklich mit aller Achtung und Sorgfalt aufbewahrt und geben Zeugniß von der fortgeschrittenen Bildung der dortigen Bürgerschaft, die von dem Vandalismus früherer Jahrhunderte weit entfernt, ihren Sinn für Denkmäler der Vorzeit aus so schone, sie ehrende Weise bekundet. Herr Herrmann Friedenthal copirte die Grabsteine in zwei Exemplaren, wovon eins im Archive des Wicner-Neustädter Magistrate», das andere im Archive der Wiener israelitischen Lultusgemeinde niedergelegt wurde. Uns liegt eine Abschrift der sechs Epitaphien vor. woraus wir entnehmen, daß der älteste Stein vom Jahre 1285, der jüngste von 1370 herrühre. Der Styl ist in den beiden Jahrhunderten merklich von einander abweichend." — Bereits vor achtzehn Jahren, als die immer mehr alternden und in Verfall gerathenen Grabsteine des neben dem Spitale befindlichen früheren jüdischen Gottesackers zu Wien auf Anregung des gefeierten Predigers Mannheimer abgeschrieben wurden, um sie vor gänzlichem Untergange und totaler ewiger Vergessenheit zu wahren, forderten wir, indem wir in unserm Bikure Haitim-Heste die vorzüglichsten derselben abdrucken ließen, unter andrem mit folgenden Worten ״zur Nachahmung" auf,die wir hier bei Gelegenheit zu wiederholen nicht unterlassen können: ״Mögen Die« übrigens auch sämnitliche Gemeinden in Israel beherzige», dieses so verdienstliche und für eine Commune mit so unbedeutenden kosten verbundene dankbare Unternehmen baldmöglicht nachzuahmeu! Denn ohne zu bemerken, daß ״dies eine wahrhafte den Hingeschiedenen erwiesene Treue" sei, ohne zu bemerken, daß nebst dem traurigen, wehmüthigen Gefühle, das der Anblick eines Gottesackers schon an und für sich in uns erweckt, uns weit mehr noch der Anblick zerfallener und gebro« chener Grabsteine, die das Bild unserer gänzlichen, Verwesung uns vor's Auge führen, demüthigend und herzzerreißend uns ergreift, ist nebst dem die Wichtigkeit zu berücksichtigen, die diese für die Geschichte haben; indem das Alter einer jeden'Gemeinde auf's Unwiederleglichste hiedurch garantirt wird, und diese Steine ~iec Gräber leicht Grundsteine zum Baue einer spätern Geschichte der Juden werden können. Es ward und wird uns in neuerer Zeit der Vorworf gemacht, daß wir keine Geschichte, ja, keinen Geschichtssinn haben; nun, laßt uns denn das Versäumte möglichst nachholen I Laßt uns mit den Denkmälern der Dahingeschiedenen begnlncn! Laßt uns die zermorschten Hieroglypheit unserer Friedhöfe dechiffriren I Laßt uns aus den Gottesäckern Saaten historischer Urkunden hervorholen, und au« den Gräbern die Auferstehung der Geschichte herbeisühreu! Ein jeder Tag ist hiebei als verloren zu betrachte». Wir fordern hiemit sämmtliche Rabbinen, als Seelenhirte», aus, in ihren Gemeinden zu diesem Unternehmen anzuregen und es baldmöglichst zu bewerkstelligen! Gerne u. s. w." Unser hochverehrter Freund, der rühmlichsl bekannte vaterländische Dichter Ludw. Aug. Frankl, hat bereit» längst die ״I n s ch r i s t e u des allen jüdischen Friedhofes in Wien", als Beitrag zur Alterthumskunde Oesterreichs, herausgegtben, und sich ein hohe« Verdienst um Bereicherung diese« Gebietes erworben und begründet. Im Jahre 1856 gab Herr Koppel mann Lieben unter dem Titel: ״Gal-Ed" Grabsteine-Jnschristen de« Prager alte» israelitischen Friedhose« mit deutscher Uebersetzung und biographischen Notizen heraus, zu welchen unser hochgefcierter Freuud, der als Alterthumrsorscher berühmte Oberrabbiner zu Prag, Herr S. L. Rappoport, eine scharfsinnige