Mannheim
Compact Memory

Kokhve Yitsḥaḳ · 1851-01-01 · 14 (1851) · p. Seite 81

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kokhve Yitsḥaḳ
Volume
6 (1851)
Issue
14 (1851)
Date
1851-01-01
Page
Seite 81 (sequence 84)
Language
Hebrew, German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4785731-4786244-6613254--1328-4786326
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

81 Das, eine solche edle und uneigennützige Aufforderung eine würdige Theilnahme verdient Hütte, wird jeder zugeben müssen, in dessen Avern sich nur ein leiser Pulsschlag für Juden und Judenthum regt; zumal die jüngste Vergangenheit uns die leidige Erfahrung beigebracht, daß vor der kannibalischen Wuth eines fanatisirten Pöbels selbst die Gräber nicht sicher sind. — wenn sich unsere Gemeinden dennoch so theilnahmloS gezeigt, so ist der objektive Grund in der Theilnahmlosigkeit überhaupt zu suchen, die man gegen jedes höhere und bessere Bestreben und llnternehmeii zu zeige» gewohnt ist. Wenn wir folgendes elegisch-lyrische Gedicht der Oeffentlichkeit übergeben, so beabsichtigen wir ein 2facheS, erstlich dieNamen der darin vorfo,»inenden Märtyrer für die späteste Zukunft zu beivahren, dann unsere Geschichtsschreiber aufmerksam zu machen, künftig« hin ei» Faktum nicht unberücksichtigt zu lassen, das für die gesammle Judenheit ein gleichwichtiges Interesse hat. Denn die Juden wenn sie auch ״zerstreut und zerstückelt unter den Nationen" leben, bilden dennoch unter sich ״nd ihrer Geschichte eine Kette, der jeder Einzelne als Glied angehört, und daher auch das Schicksal jedes Einzelnen wie ein elektrischer Strom alle Glieder der Kette durchläuft und ergreift, so in Leid, so in Freud. Die Zeit, nämlich in welchem Jahre des Zlljährigen KriegeS die Schweden in Kremfler gehaust, läßt sich nicht mit einer historischen Evidenz angeben, da bekanntlich die Schweden drei' mal in Mähren einrückten; vermnthen, und zwar mit eimger ' Wahrscheinlichkeit v läßt sich jedoch, daß die Zeit dieses tragische» Aktes ans das Jahr 1643 fällt, indem Torstensohn nach seiner siegreichen Schlacht bei Leipzig (2. Nov. 1842) daselbst überwinterte, sodann seinenZug »ach Mähren unternahm, wo seine Route über , Olmütz nach Brün ging, wo er allem Anscheine nach einen Theil ' seiner ׳Armee in Kremsier stationiren ließ. Ziehen wir zudem die Zeit des Zuges der Sch. nach M. in Erwägung, so läßt sich annehmen) daß dieselbe auf die Monathe Mai, Juni des Jahres 1643 fällt, weil, wie gesagt, die Schweden die Mntermonate in Leipzig zubrachten, folglich in harmonischem Einklänge mit der Zeit, die im folgenden Aktenstücke, angegeben nähmlich Airfangs T h a in » 3. ' lieber den Verfasser selbst läßt sich nichts Antentisches angeben — daß er hart mitgenommen wurde, zeigt die 17. Strafe, wo er den Tod seiner beiden Söhne beklagt, welchen sie wahr« scheinlich unter dem Beile der entmenschten Horden gefunden, Di< Zeit der Abfassung ergiebt sich aus den 3 letzten Strafen, und fällt auf das Jahr 1651, 3 Jahre nach dem westfälischen Frieden. 6

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.