Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 5 (1850)
- Issue
- 13 (1850)
- Date
- 1850-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 7)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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— 6 — andererseits den zu Rabbinats-Oualification unentbehrlichen theo- ^gisch-zermoniellen Theil des Talmuds und der Hallachah wäh» Und einesCykiuS vonJahren «orzutragen, um für die Zukunft,— die, hätten sie e« gethan, heute schon zur heilbringenden Gegenwart geworden wäre, — dcrHeilesbcförderung im Judenthume so unumgänglich nöthige, den Anforderungen der Zeit entsprechende Rabbinen heranzubilden? -'lein, nein und hundert Mal nein! Und «s wäre ihnen doch ein so Leichtes gewesen! Und doch und den- Noch steht für die religiösen und kommunalen Wirrnisse und Zer- UUlrkniffe im Juoenthume kein heilvoller Ausgleich zu erwarten, bis nicht echtfromme taimudisch und wissenschaftlich zugleich gebilbete, die Fortschritte des Zeitgeistes auffassende und ihres Amtes und ihrer Gemeinde Würde charactervoll vertretende Rabbinen zu Seelenhirten, an die Spitze der Gemeinden gesetzt werden! Solche bhun dem Judenthume Noth, und diese hätten heute schon herangebildet sein können; hätten die sogenannten großen Männer ihre Zeit aufgefaßt, ihre Stellung begriffen und ihre erhabene Mission, wie dies ihre Pflicht und Schuldigkeit gewesen wäre, zu erfüllen sich bestrebt! Das Judenthum ist zur Zeit reif und mündig geworden. Hinweg mit jenen pietätheucheinden Faullenzern, die mit spitzfindigen Mikrologismen ihre Zeit vertändeln und das Gemein- Wesen vernachläßigen und mit zweenEquinoctial-Predigten im Jahre, bus zeitliche und ewige Heil ihrer Gemeinden schon befördert zu haben glauben! Die Rabbinen, wie sie die Gegenwart beansprucht, wüffen gründlich« Kenntniß des Talmuds mit classischer, wissen-?chaftlicher Bildung der Neuzeit verbinde», sie müsse» talentbegabt, tchtfromm und charactervoll als unermüdliche Wortführer und Lehrer ihrer Gemeinden dastehn, sie müssen die Gemeindeangelegenbeiten ordne» und leiten und Pflanzschulen für die Jugend begrün- , ben und diese mit väterlicher Sorgfalt beaufsichtigen und bewachen. ' »n> die kommende Generation zu gebildeten nützlichen Mitgliedern ber Gesellschaft, zu Gott und Menschen gefälligen StaaSbürgern heranzubilden. Ihre Predigten sollen kein fades, schwülstiges Ge-!Ölbäder, kein aus Romanfloskeln mosaikartig zusammen gestoppeltes 'Kompositum, sondern ein auf die reichen, unerschöpflich stoffhalti- Sen, moralischen Fundamente der Bibel basirtes. simples, populä- ^es, auf das Gemeinwesen, auf das häusliche und gesellschaftliche!-eben wirksamen Einfluß übendes und zur Pflicht als Jude, als!«bensch und als Staatsbürger, klar und energisch aufforderndes ^otteSwort sein_Doch, wir müssen abbrcchen. Wir ließen uns ,'יי der Gluth des Eifers für diese allerheiligste Angelegenheit der ״«denthnmS zu weit Hinreißen und haben bereits den Raum eine-