Kokhve Yitsḥaḳ
- Journal
- Kokhve Yitsḥaḳ
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 1. Heft (2. Aufl. 1847)
- Date
- 1846-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 65)
- Language
- Hebrew, German
- Belongs to
- journal issue
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65 Aufgabe hienieden! Du mußt selber Bildner, mußt selber Schöpfer deiner Vollkommenheit, deiner Bollendung sein, mußt dich selber zur Menschenhöhe erheben! Dies der Sinn gegenwärtiger Talmudstelle. Der Mensch tritt unvollkommen, unvollendet in das Leben, damit, wenn seine Ansicht über sich, sein Wesen ungewiß und schwankend wird, und er zweifelnd fragt! Was ist meine Bestimmung, meine Aufgabe hienieden, und welches Ende, welchesZiel wartet mein? Bin ich für eine Unendlichkeit, eine Ewigkeit, eine große, selige Zukunft bestimmt, oder werden Grab und Verwesung auf ewig in die Arme mich nehmen? du ihm dann tröstend und ermuthigend zusprechest: Siehe, bei ihrem Entstehen hat selbst die Mücke Vorzug vor dir, ist vollkommener als du, Lei deiner Geburt. Während die Natur ihr sogleich Alles gegeben, hat sie dich dir allein überlassen.— Wirken, dich entwickeln׳ und entfalten, ist daher deine Aufgabe hienieden, und Unendlichkeit, als der Entwicklung unumgänglich nothwendige Bedingung, ist dein schönes großes Loos. — משפטי ה׳ אמת צדקו יחדיו. ר״ל אמר מקל וחומר צדקו רבנן אמרו כגזירה שוה. (ילקוט תה5יס י׳ט) ״Die Satzungen des Herrn sind wahr, und allesammt gerecht." Rabbi L. behauptet, es läßt sich ihre Wahrheit durch Vernunft schlüsse beweisen; die Rabbinen hingegen lehren, ob diese Satzungen wahr und gerecht seien, ist eine Untersuchung, Lei der vernunstmäßige Erledigung nicht ausreichen würde; was allein ausreicht und genügt ist das gläubige Bewußtsein: sie sind göttlicher Befehl und Wille. קל וחמר kommt dem gewöhnlichen Der NU nftschlusse sehr nahe, während ,מידת שור einen durch Vernunftschlüsse nicht zu erklärenden Willen und Befehl Gottes bezeichnet. (Siche Nachmanides im on: ספר הונצמז) ., Unsere alten Lehrer sind hier im Streite über zwei Prinzipien, du noch gegenwärtig unsere Theologen vielfach beschäftigen. Rabbi L. stellt im Religionsgebiete das Prinzip der Erkenntniß auf; mit dem Lichte in tiefen Forschung sollen wir auf der Wandernng durch das Bereich der Religionslehre deren Pfade erleuchten, und alle Dunkelheit wird schwinden, und in jedem Gebote der Thora werden wir den weisen, heilbringenden Willen Gottes erkennen. Jedoch die Rabbinen treten dagegen auf; Menschenverstand und Weisheit reicht nicht aus, um das tiefe, he>- lige Dunkel zu durchdringen, das die meisten Gebote umhüllt. Nehmen wir daher unsere Erkenntniß als den einzigen Probestein, um Gotte» Gesetze daran zu prüfen, also zu prüfen, daß erst aus dem Ergebnis