Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 22)
- Language
- German
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beschäftigt. Alles wird umgerisjen und neu gebaut, und man weiß kaum mehr, wo die alten pißwinkel zu finden sind. Ich bin mit meiner Frau sehr zufrieden, und sie ist die treueste Seele, die man sich denken kann. Freilich am Ende glaube ich, gibt es nur eine einzige Person, auf die der Mensch sich ganz verlassen kann, daß ist nämlich die Mutter, hier ist man ganz sicher — wer hieran zweifelt, für den wäre nichts ratsamer, als daß er diese Welt so bald als möglich verließe. Und nun lebe wohl, liebe Muter! Mein gutes Lottchen und feine lieben Rinder grüße ich recht Herz, lich und umarme Euch alle mit innigster Liebe. Dein getreuer Sohn Harry Paris, 26. Iuni 1854. Liebes gutes Lottchen! Meine Frau hatte sich das Vergnügen gemacht, für Dich eine Robe nach dem neuesten Geschmacke, carriert, und zwei Roben für meine Nichten, aber ganz uni, auszusuchen, und ich schicke Dir dieselben durch die Eisenbahn in einem besondern Ristchen, welches ich an Deinen Mann adressiere. Ich schicke zwar heute zu gleicher Zeit an Campe einManuscript, aber ich wollte die Roben nicht beipacken, da derselbe verheiratet ist, und dieweiber einander nichts gönnen. 19* 291