Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 290 (sequence 21)
- Language
- German
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Himmel, liebe Mutter, möge vir recht viele Freuden schenken, und Dich, wie bis jetzt, frisch und gesund erhalten. Die Kälte ist schon hier eingetreten, und ich denke mit Schrecken daran, wie Dir dieser Winter in Deinem kleinen Taubenschlag zusetzen kann. Könnte ich nur zu Vir, um jede Luke, wo ein Windzug möglich ist, zu verstopfen, wir sprechen beständig von Dir, und meine Frau sagt, es sei ihr, als ob sie Dich erst gestern verlassen habe,- mir aber ist zu Sinne, als ob ich beständig bei Dir wäre. was meine Gesundheit betrifft, so geht es mir wie gewöhnlich, und ich weiß wahrhaftig nicht, was ich dieser Antwort des Tanonicus Karthümmelchen beizufügen hätte: Sch leide noch immer an winden, und in Folge derselben an Krämpfen, die aber nicht, wie bei meinem seligen Vater, den Magen affizieren. Ich hoffe, daß Ihr alle in Heiterkeit und Eintracht lebt. Ich bin sehr ruhig, lasse fünf eine grade Zahl sein. Es ist mir nichts geglückt in dieser Welt, aber es hätte mir doch noch schlimmer gehen können. So trösten sich halbgeprügelte Hunde. Ich hoffe Dir noch in diesem Jahre zu schreiben, und da Du weißt, daß ich nicht immer einen deutschen Sekretär zur Hand habe, so wirst Du mir gern verzeihen, wenn die Jahresgratulation nicht zur rechten Zeit eintrifft. hier ist alles ruhig, und ganz Paris ist mit Bauen 290