Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 19)
- Language
- German
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Und nun lebt wohl! Meinen Neffen und meine Nichten lasse ich grüßen und letztere küssen. Apropos, liebes Lottchen! ich habe an Lampe geschrieben, mir durch Max Bücher hierherkommen zu lassen. Lasse ihn doch so bald als möglich wissen, daß dieses zu lange dauern würde, und daß ich ihn bäte, wenn keine andere Gelegenheit vorhanden, mir die Bücher unverzüglich durch die Eisenbahn, Post oder durch das Dampfboot hierherzuschicken; vergiß das nicht. Wie freue ich mich darauf, meinen Max wiederzusehen. Ich glaubte kaum, diese Freude noch zu erleben. Lebt wohl. Euer getreuer Harry Heine Paris, 21. Juni 1853. Liebste gute Mutter! Ich weiß nicht, wer von uns Beiden dem andern Antwort schuldig ist, aber zu melden habe ich nichts, als daß ich mich wohl befinde, nämlich so wohl, als man es in meiner langweiligen Krankheit sein kann. Meine Frau befand sich wohl bis auf gestern Abend, wo sie etwas klagte; ich hoffe aber, es hat keine Bedeutung. Ich verliere immer gleich den Kopf, sobald meiner lieben Frau nur das Geringste fehlt. Die Männer sind große Narren. Die größeren Narren 288