Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 18)
- Language
- German
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entgegen, wo ich meinen lieben Max wieder umarmen kann, nach so gräßlich langer Trennung. Mit meiner Gesundheit ist es wie gewöhnlich; es ist eben so langweilig als widerwärtig für mich, wenn ich diesen traurigen Gegenstand immer en detail durchdrätschen soll. Auch mit denen, die mich besuchen, spreche ich jetzt nie mehr von meinem Gesundheitszustand. Meinen Arzt sehe ich wenig, und ich brauche garnichts, bin aber höchst begierig zu hören, was Max mir sagen wird. Ihr müßt mir ganz bestimmt schreiben, um welche Zeit ich ihn hier erwarten kann, da mir auch angenehme Sürprisen nicht zuträglich sind wegen meines nervösen Leidens. Meine Frau darf mir keine Sürprise machen, die sie mir nicht 24 Stunden vorher bestimmt angemeldet hat. Ich hoffe Mutter befindet sich wohl und Ihr seid alle gesund und frisch. Gustav wird gewiß nach Hamburg kommen; dat CDU! dat Gil! Meine Frau befindet sich ziemlich wohl; sie klagt, sie sei nicht mehr so hübsch wie früher, und müsse sich daher etwas mehr putzen; ich beteure ihr das Gegenteil, hauptsächlich der putzkosten wegen. Sie hat ihr Porträt machen lassen, ist aber garnicht damit zuftieden; will ich Ruhe haben, so muß ich auf das Porträt schimpfen. Sie sieht aber wirklich besser aus in natura als in effigie. Manchmal aber ist mir das Bild lieber, da dasselbe nicht zehkelt. — Max, zehkel e moll. 287