Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Heinrich Heine in seinem Verhältnis zu Mutter und Schwester
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 5)
- Language
- German
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richtig erhalten und ich danke Dir herzlich, liebes Lottchen, für die rasche Förderung. Ich habe jetzt Mittel gefunden, wie ich gleich Antwort von Luch haben kann, nämlich durch eine Commission. — Ich hoffe Ihr befindet Luch alle sehr wohl, hier ist wieder eine grimmige Kälte eingetreten, die mir eben nicht sehr zuträglich ist. Ich befinde mich jedoch ziemlich wohl,- mein Zustand bessert sich peu a peu, und ich sehe einem angenehmen Frühling und Sommer entgegen. Nur meine armen Augen sind sehr leidend, oder vielmehr die Augenlider zieht die krampfhafte Lähmung immer tiefer herab, so daß ich jetzt sehr schlecht sehe; die Augen selbst sind gesund. Mit Carl Heine bin ich ganz aufs Keine, ja, ich bin sogar sehr mit ihm zufrieden. Nicht bloß, daß er mir die Pension, ganz wie ich sie früher von seinem Vater bezogen, bis an mein Lebensende auszahlt, sondern er hat mir noch außerdem das feierliche versprechen erteilt, daß nach meinem Code (Gott erhalte mich!) die Hälfte der Summe, nämlich 2400 Franks, als lebenslängliche Pension auf meine mich überlebende Frau übergehen solle. Das ist mir lieber, als wenn er mir eine große Summe geschenkt hätte. Zwar ist noch eine große Frage, ob die Katze mich überlebt, aber sie ist so verwöhnt und unerfahren, daß ich nicht genug für sie sorgen kann, wäre sie klüger, würde ich mich minder mit ihrer Zukunft beschäftigt haben, und 274