Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Theodor Herzl, Ewig gültige Gedanken aus dem "Judenstaat", 1896
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 77 (sequence 23)
- Language
- German
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Die Gestaltung der sozialen Frage hängt nur von der Entwicklung der technischen Mittel ab. Schon scheint das Wort „unmöglich" aus der Sprache der Technik verschwunden zu sein. Käme ein Mann des vorigen Jahrhunderts wieder, er fändeunser ganzes Leben voll unbegreiflicher Zaubereien. Wo wir Modernen mit unseren Hilfsmitteln erscheinen, verwandeln wir die wüste in einen Garten. Zur Errichtung von Städten genügen uns jetzt so viele Jahre, als nran in früheren Epochen der Geschichte Jahrhunderte brauchte — dafür zahllose Beispiele in Ainerika. Die Entfernungen sind als Hindernis überwunden. Die Schatzkammer des modernen Geistes enthält schon unermeßliche Reichtümer; jeder Tag vermehrt sie, hunderttausend Köpfe sinnen, suchen auf allen Punkten der Erde, und« was einer entdeckt hat, gehört im nächsten Augenblick der ganzen Welt. wir selbst möchten im Iudenlande alle neuen versuche benützen, vorbilden, und wie wir im Siebenstundentage ein Experiment zum Wohl der ganzen Menschheit machen, so wollen wir in allem Menschenfreundlichen vorangehen und als neues Land ein versuchsland und Musterland vorstellen. ^Vie vieles ist noch unerörtert geblieben. Der redliche Leser, der auch verständig genug ist, im Innern der Worte zu lesen, wird sich von den Mängeln nicht abstoßen lassen. Lr wird sich eher angeeifert 77