Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Moses Heß, Rom und Jerusalem, Die letzte Nationalitätenfrage 1862
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 15)
- Language
- German
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Masse trnrd sich an der großen geschichtlichen Bewegung der modernen Menschheit erst dann beteiligen, wenn sie ein jüdisches Vaterland haben wird, solange aber die Masse der^uden in ihrer Ausnahmestellung verharrt, werden auch die relativ wenigen )uden, die vergebens alles aufbieten, um dieser falschen Ztellung des jüdischen Volkes individuell zu entfliehen, weit schmerzlicher von derselben berührt sein, als die Masse, die sich nur unglücklich, aber nicht entehrt fühlt. Daher kann sich der )ude, gleichviel ob orthodox oder nicht, der Aufgabe nicht entziehen, für die Erhebung des Sesamtjudentums mltzuwirken. ^eder )ude haftet solidarisch für die Wiedergeburt Israels. Begreift man erst die unendlich tragische Volle, welche das jüdische Volk bis heute in der Geschichte spielt, dann erkennt man auch das einzige Mittel zur definitiven Ab* Hilfe unseres Elends. Dieses Mittel ist heute nicht so unausführbar, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Das jüdische Volk muß sich erst der Wiedergeburt seines welthistorischen Kultus würdig zeigen, erst das Bedürfnis seiner nationalen Wiedergeburt fühlen, um zu derselben zu gelangen. Bis dahin haben wir noch nicht an den Tempelbau, sondern nur daran zu denken, die Herzen unserer Brüder für ein Werk zu gewinnen, das der jüdischen Nation zum ewigen Ruhme, der ganzen Menschheit zum Heile gereichen wird. Für jüdische Ansiedelungen an der zukünftigen Ltraße nach Indien und Ehina fehlt es weder an jüdischen Arbeitern noch an jüdischen Talenten und Kapitalien; und ist nur erst unter dem Schutze europäischer Eroßmächte ein 3' 35