Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Moses Heß, Rom und Jerusalem, Die letzte Nationalitätenfrage 1862
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 16)
- Language
- German
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schwacher Keim gelegt, so wird der neue Baum des Lebens von selbst wachsen unä fruchte tragen. Die -Zehnsucht nach dem Lanäe der Väter und der Wunsch, unseren treuen Brüdern, die bis heute nicht aufgehört haben, dorthin zu pilgern und zu sterben, ein besseres Los zu bereiten, hat auch die Herzen der Gebildeten ergriffen. Die Reisen nach Jerusalem, die Anterftützungen unserer dortigen Brüder, die Stiftungen von Anterrichts- und Wohltätigkeitsanftalten in Palästina, sie gehen nicht mehr von orthodoxer Zelte allein aus. Diese ernstlichen und nachhaltigen Bemühungen zum Besten unserer Brüder im -Orient zeigen, daß es heute unter allen blassen und auf allen Bildungsstufen nicht an gutem Willen fehlt, der Misere abzuhelfen. Es kommt nur noch darauf an, mehr plan in das patriotische Werk zu bringen. In Jerusalem, wie überall, stoßen unsere jüdischen Philanthropen auf unübersteigliche Hindernisse, wenn sie dem welthistorischen Vnglücke unserer Brüder durch Wohltätigkeitsanstalten und Almosen steuern wollen, oder wenn sie gar eine sittlich-geistige Fortentwicklung unserer im Elende verkommenen orientalischen Brüder durch theoretische Bildungsmittel befördern möchten, welchen jede soziale Basis fehlt. Die Erwerbung eines gemeinschaftlichen vaterländischen Bodens, das Hinarbeiten auf gesetzliche Zustände, unter deren Zchutz die Arbeit gedeihen kann, die Eründung von jüdischen Eesellschaften für Ackerbau, Industrie und Handel nach mosaischen d. h. sozialistischen Grundsätzen, das sind die Erundlagen, auf welchen das Judentum im Orient sich wieder erheben, aus welchen das