Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Moses Heß, Rom und Jerusalem, Die letzte Nationalitätenfrage 1862
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 8)
- Language
- German
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gegen unsere jüdisch-nationalen Bestrebungen hat einen doppelten Grund; wie überhaupt das Doppelwesen des Menschen, seine geistige unä natürliche, seine theoretische unä praktische Leite in keinem Volke so schroff gegensätzlich hervortritt wie im äeutschen. — Mit äen theoretischen Humanitätsbestrebungen der Deutschen vertragen sich die Nationalitätsbestrebungen überhaupt nicht. Gegen jüä i s ch e Narionalitätsbeftrebungen hat äer Deutsche außeräem eine Nassenantlpathie, die auch eälere Naturen unä höhere Geister bei uns kaum bemeistern können. Äber seine Nassenvorurteile hat äer Deutsche kein Nares Bewußtsein; er sieht in seinen naturwüchsigen, wie in seinen geistigen Bestrebungen, keine äeutschen, echt germanischen, sonäern „humanistische" Tendenzen: er weiß nicht, äaß er äiesen letzteren nur in äer Theorie, jenen erfteren in äer Prämie allzusehr huläigt. Aud) äie gebiläeten äeutschen )uäen haben ihre guten Gründe, sich von jüdischen Nationalitätsbeftrebungen mit „Widerwillen" abzuwenäen. — Der äeutsche 7uäe ist wegen äes ihn von allen Leiten umgebenäen Judenhasses stets geneigt, alles jüdische von sich abzuftreifen unä seine Rasse zu verleugnen, l^eine Reform äes jüälschen Kultus ist äem gebiläeten äeutschen ^uäen raäikal genug. Lelbft äie Taufe erlöst ihn nicht von äem Alpdruck äes äeutschen Judenhasses. Die Deutschen hassen weniger äie Religion äer ^uäen als ihre Raffe, weniger ihren eigentümlichen Glauben, als ihre eigentümlichen Nasen. Weder Reform noch Taufe, weäer Biläung noch Emanzipation erschließt * äen äeutschen )uäen vollstänäig äie Pforten äes sozialen 28