Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Moses Heß, Rom und Jerusalem, Die letzte Nationalitätenfrage 1862
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 5)
- Language
- German
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Ä/ic Stimmen, welche heute von allen Weltgegenden her für die nationale Wiedergeburt Israels laut weräen, finden ihre Rechtfertigung zunächst im jüdischen Kultus, im nationalen Wesen des Judentums; sodann in äer allgemeinen Entwicklungsgeschichte äer Menschheit unä äeren Resultat: in äer gegenwärtigen Weltlage. In äen Briefen ist vor allen Dingen die erftere, die innere Berechtigung betont. Der Verfasser mußte sich dabei ebensosehr gegen rationalistische und philanthropische Illusionen aussprechen, welche die nationale Bedeutung des jüdischen Kultus verkennen oder äußerlicher Rücksichten halber verleugnen, wie gegen dogmatische Eiferer, die, unfähig unsere Eeschichtsreligion zur Höhe der modernen Wissenschaft zu entwickeln, sich aus Verzweiflung in den Schoß der alleinseligmachenden Anwissenheit flüchten und im bewußten Widerspruch mit den Errungenschaften des Eeiftes und der Kritik verharren. Somit konnte er den schon gebahnten Weg zum Frieden betreten, der dem zwar notwendigen, aber unerquicklichen Kampfe zwischen Reform und Orthodoxie täglich mehr Terrain abgewinnt. Dank den neueren Arbeiten jüdischer Gelehrter, dank auch den reizenden Schilderungen des jüdischen Lebens durch begabte Romanschriftsteller und Dichter hat unser national-humanitärer Geschichtskultus gegenwärtig Anhänger wiedergefunden unter denen selbst, bei welchen noch bis vor kurzem Aufklärung und Abfall vom Juden* turne sgnongm zu sein schienen. Auf dem Boden der neueren jüdischen Kritif zählt die sogenannte resormatorische Richtung, wie die entgegengesetzte reaktionäre, kaum noch 25