Jüdischer Almanach
- Journal
- Jüdischer Almanach
- Volume
- 5682 - 1921/22
- Article
- Moses Heß, Rom und Jerusalem, Die letzte Nationalitätenfrage 1862
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 4)
- Language
- German
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bunden im unveräußerlichen Lande der Väter. — Kein modernes, nach einem Vaterlande ringendes Volk kann chm das seinige vorenthalten, ohne den tödlichsten Widerspruch mit sich herumzutragen, an sich selbst irrezuwerden und einen moralischen Selbstmord zu begehen. Zo zeitgemäß aber die jüdische Nationalitätsfrage dem unbefangenen Beobachter, so unzeitgemäß muß sie dem Kulturjuden ln Deutschland erscheinen, wo der liberale wie der reaktionäre Judenfeind zur Beschönigung seines Judenhasses auf den Anterschied zwischen der jüdischen und germanischen Nasse hinweift — in Deutschland, wo die jüdische Nationalität das letzte Argument zu sein scheint für die Verweigerung von politischen und bürgerlichen Rechten, die man von ganz andern Bedingungen, als der Nbernahme aller bürgerlichen und politischen Pflichten abhängig macht — in Deutschland wo die ^uden seltMendelosohn, trotz ihrer lebhaften Beteiligung an deutscher Kultur und äitte, trotz der Verleugnung ihres Nationalkultus, trotz aller Bemühungen, sich zu germanisieren, vergebens die politische und soziale Gleichstellung mit ihren deutschen Brüdern anftreben! Was nicht der Bruder vom Bruder, nicht der Mensch vom Menschen erlangen konnte, das Volk wird's vom Volke, die Nation von der Nation erringen. — Es kann keinem Volke gleichgültig sein, ob es im letzten europäischen Freiheitskriege ein Volk zum freunde oder zum Feinde haben wird,