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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 118

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 118 (sequence 127)
Language
German
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IRI
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118 ״Hochverehrter Herr und Freund! Gestatten Sie mir an Ihrem Freudentage .שמהת י.ורד mich unter die Schaar der Beglückwünschenden zu drängen. ׳Sie zählten noch nicht siebzig Semester als ich das Vergnügen hatte, Sie in Teplitz, kennen zu lernen; seitdem sind wieder etwas über siebzig Halbjahre vergangen. Darum sollen wir rufen: ברוך שהחייגל! — Da Sie die Feier der Siebzig schon um der ״Lexüuagiuta" Willen verdienen u. die גבורות des ״ gerichtlichen Beweises" das achzigjährige Alter fordern, so sollte für sonstige Leistungen mindestens ein Jahrhundert gewährt werden. So möge der Himmel Ihnen ::עד מאה שני Gesundheit und Freude vergönnen und eine Zeit lang als Zuschauenden zulasten den Ihnen hochachtungsvoll ergebenen Berlin, 6. October 1871. Zunz. Aus der Anrede des Deputirten der Wiener Gemeinde, Ludwig August Frankl's, sei hier noch ein für F.'s Familiengeschichte characteristischer Passus wiedergegeben: ״Der Name Frankel — so sprach der Dichter Ludwig August — habe in der Geschichte der Juden Oesterreich's einen guten Klang. Als dereinst vor mehr als 200 Jahren die Juden, vom Bigotterie und Unduldsamkeit Vertrieben, die österreichischen Lande verlassen mußten, da dachten alle, übermanntvon dem ungeheuren Jammer, nur an das Nächste; aber zwei Männer gab es, die mitten im schweren Schmerz, nicht dessen vergaßen, was man zurücklassen müsse: der Gräber der Väter. Sie reisten, ihre eigene Habe in Stich lassend, nach Wien und vor dem Throne des Kaiser erbaten und erwirkten sie Schonung für die jüdischen Friedhöfe. Die beiden Männer waren zwei Brüder Frankel — Ahnen des Jubilars! Aber ihr Enkel hat Größeres vollbracht, als sie; er hat das Iudenthum lebendig erhalten, er hat es vor dem eisigen Hauche zerstörender Negation geschützt, er hat in dem Seminar eine Centralstelle der jüdischen Wissenschaft geschaffen, eine Anstalt, die seinen Geist, den Geist der Milde und Versöhnlichkeit, weiter trage in die Gemeinden." Den Abschluß der Iubeltage bildete ein glänzendes Banket, das seine Schüler und näheren Freunde — über 200 Personen — um Frankel vereinigte und abermals Gelegenheit bot, den Jubilar im ernsten Wort und heiterem Lied*) zu feiern. *) Siehe das vorangegangene: Wein, Thora, Alter. (S. 101.)

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