Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5642 = 1882, 4. Jahrgang
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 126)
- Language
- German
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117 et« btt W isch hei bet hei mb nbe ä ah feit teilt are de! bii umspannte, so hatte auch er in seinem ״Entwurf einer Geschichte der Literatur der nach-talmudischen Responsen" (1865) einen neuen Weg gewiesen, das scheinbar unfruchtbare Gebiet der bis auf die Neuzeit reichenden Talmuderzeugnisse wissenschaftlich nutzbar zu machen. Aber die Krone seines wissenschaftlichen Ruhmes hat er mit seiner im Greisenalter mit Iugendmuth unternommenen Erforschung des selbst in den Zeiten talmudischer Gelehrsamkeit stiefmütterlich behandelten jerusalemischen Talmuds sich erworben. 1870 erschien in hebräischer Sprache die ״Einleitung in den jerus. Talmud", der in der jüdischen Gelehrtenwelt Bewunderung über die erstaunliche Vertrautheit Frankels aus diesem selbst den großen Talmudlehrern fernliegenden Gebiete des Talmuds erregte. Er stand im Zenith seines wissenschaftlichen Ruhmes, als eine Anzahl Männer verschiedener Richtung von nah und fern, aus Deutschland, Oesterreich, England, Holland, Dänemark, Frankreich und Amerika — an ihrer Spitze der Chief-Rabbi Di׳. Nathan Adler in London — im Stillen sich rüsteten, Frankels 70. Geburtstag als Feftjubiläum in würdiger Werse zu begehen. Als Simchas Thora 5632 (1871) herannahte, da fand nach dem Festgottesdienste in der Seminarsynagoge, welche die Schüler, Genossen und Freunde Frankels vereinigte, Empfang der zahlreichen Deputationen von Behörden, Collegien und Gemeinden aus nah und fern im großen Saale der Anstalt statt. Sr. Majestät der Kaiser, König von Preußen, verlieh dem Jubilar den rothen Adlerorden vierter Klasse, Sr. Majestät der Kaiser von Oesterreich ernannt ihn zum kaiserlichen Rath. Das Curatorium der Commerzienrath Fränkel'schen Stiftungen gründete eine ״Frankel-Stiftung", auch das Fest-Comite stellte dem Jubilar eine nicht unbedeutende Summe zu einem wohlthätigen und wissenschaftlichen Zwecke zur freien Verfügung. (Frankel vereinte beide Stiftungen zu einer und widmete sie den Zwecken des Seminars.) Das Lehrercollegium edirte ihm zu Ehren eine Iubelschrift. Die Uliance Israelite Universelle ernannte Frankel zum Mitgliede ihres §entral-Comite's, um damit zu bezeugen, ״welch' gerechten Anspruch »erselbe auf die Hochachtung und Verehrung der Israeliten auf dem;anzen Erdenrunde habe." Es waren über 600 Adressen, Glückounschschreiben und Telegramme eingelausen. Wir drucken hier nur >as von liebenswürdigem Humor durchwehte Briefchen des Nestors er jüd. Gelehrten, Leopold Zunz, ab: