Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5642 = 1882, 4. Jahrgang
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 124)
- Language
- German
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115 der Religion zu betrachten ist: Das Breslauer jüd.-theologische Seminar. Es ist die gereifte Frucht der Bestrebungen nahezu dreier Jahrzehnte." Die Entlassung der 3 ersten an diesem Seminar herangebildeten Rabbiner — Güd emann, Perles, Rahm er — fand am 3. April in feierlicher Weise statt! Wie die Hoffnungen, welche Frankel und alle aufrichtigen Freunde des Iudenthums an diese Anstalt knüpften, sich glänzend erfüllten, davon giebt bereits die zum 25jährigen Jubiläum des Seminars (August 1879) im Aufträge des Kuratoriums veröffentlichte Jubelschrift, worin über die 25jährige Wirksamkeit dieser Anstalt Berichte erstattet wird, beredtes Zeugniß. Danach hatte das Seminar bis dahin 232 Schüler gehabt, deren Heimath und Wirkungskreis zeigt, daß die Bedeutung des Seminars — wie Frankel vorausgesehen — eine über die Grenzen Deutschlands weit hinaus reichende, aus zahlreiche Länder dies- und jenseits des Oceans sich erstreckende und vermöge seiner wissenschaftlichen Leistungen auf das gesammte Iudenthum befruchtend einwirkende geworden ist. כן ירבה וכן יפרוץ־! Doch wenden wir uns der jetzt ausschließlich der Pflege der jüdischen Wissenschaft zugewandten Thätigkeit des Rabbinerseminar- Directors zu, die wir im engen Rahmen des uns zugemeffenen Raumes nur kurz skizziren können. In Breslau brach für Frankel eine wissenschaftliche Thätigkeit an, die nur durch die strenge, unentwegte Ordnung, seiner Lebenseinrichtung bewältigt werden konnte. Hier im Kreise lernbegieriger Jünger entfaltete sich des Meisters Wissen zu herrlicher Blüthe und reifer Frucht. Er eröffnete seine Seminarthätigkeit mit der berühmten Schrift: ״Ueber palästinische und alexandrinische Schriftforschung" (1859), in welcher Richtung er noch manch andere Arbeiten in der ״Monatsschrift" folgen ließ. Kurz vorher war seine Schrift: ״Ueber den Einfluß der palästinischen Exegese aus die alexandrinische Hermeneutik" erschienen (1851). Diese Schriften sind weitere Ausführungen seines bereits in den ״Vorstudien zur Septuaginta" (1841) niedergelegten Planes, eine Entwicklungsgeschichte der Halacha zu liefern. Hierher gehören auch seine gründlichen Forschungen über die Targumim, die ihren Abschluß mit der Programmarbeit: ״Ueber das Targum zu den Propheten" (1872) fanden. Mit den ״Grundlinien des mosaisch-talmudischen Eherechts" (1860) 8*