Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5642 = 1882, 4. Jahrgang
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 87 (sequence 94)
- Language
- German
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87 Themen nach Aegypten, Syrien, Irak, Jemen und zuletzt nach den muhamedanischen Ländern des Westens. Es ist ziemlich sicher, daß Friedrich u. A. auch eine lateinische Uebersetzung des More von Maimonides veranlaßte, durch welche ein nach neueren Forschungen feststehender, zum Theil bedeutender Einfluß auf die christlich-scholastische Literatur geübt wurde. Mose b. Salomo aus Salerno führt m seinem Commentar Stellen aus dieser Uebersetzung an, wie er auch Aussprüche Friedrichs und verschiedener christlichen Gelehrten, mit . denen er im geistigen Verkehr stand, darin mittheilt?) — Eine direkte Verbindung mit Friedrich II., die sich bei Mose b. Salomo nicht Nachweisen läßt, lernen wir bei Iehuda b. Salomo aus Toledo, einem; Schüler des berühmten Meir Ha-Levi Abulafia, kennen. Er war, , als er erst 18 Jahre zählte, bereits in gelehrtem Briefwechsel mit dem Kaiser. Derselbe wurde in arabischer Sprache geführt und betraf 1 philosophische wie mathematische Themen. Am Schluffe einer! hebräischen Uebertragung fügt Iehuda b. Salomo hinzu: Als diese Worte dem Kaiser vorgetragen wurden, freute er sich gar sehr mit meiner Antwort. Es waren überhaupt noch viele Correspondenzen! zwischen uns, worüber ich an dieser Stelle nicht besonders berichten möchte. Ungefähr zehn Jahre später traf es sich, daß ich in die I Länder des Kaisers geführt wurde, und Gelegenheit fand, seine Werke und Beschäftigungen, seine Weisen, Gelehrten und Beamte, wie seinen inneren Haushalt kennen zu lernen. Ich hatte dann das tägliche Gebet zu Gott, daß er mich sicher in des Kaisers Land aufnehmen lasse. Am Ende des ersten Theils seines philosophischen Werkes, welches eine ganze Encyclopädie bildet und in der hebräischen Uebersetzung, welche noch handschriftlich vorhanden ist, NV2N.1 מדרש sich betitelt, schreibt er: Zuerst hatte ich dieses Werk in arabischer Sprache verfaßt; nachher fügte es sich, daß ich nach Toskana und in das römische Gebiet zog, da baten mich meine Freunde, es auch ins Hebräische zu übersetzen. Wahrscheinlich war es die Anziehungskraft, welche Friedrich auf Iehuda b. Salomo übte, und die ihn zur Auswanderung nach Italien bewog?) Noch größer und vielseitiger war die Verbindung, in die Friedrich II. mit Jakob Anatoli trat. Der Kaiser berief ihn aus der Provence nach Neapel, wo er ihn zu Uebersetzungen arabischphilosophischer Schriften ermunterte. Wir führen hier Anatolis eigene