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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 86

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 86 (sequence 93)
Language
German
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86 seinem Werke über die Hohenstaufen (Band 3 S. 276) bemerkt, doppelt wichtig und preiswürdig erscheint, weil man seit Karl dem Großen und Alfred von England keinem weltlichen Herrscher so nachrühmen konnte, daß er Kunst und Wissenschaft über das allernächste und dringendste Bedürfniß hinaus befördert hätte. Friedrichs Liebe zur Wissenschaft und sein Eifer für die Förderung derselben charakterisiren sich am besten in jenen Worten, die er an die Universität Bologna, ohne Rücksicht auf deren ihm oft feindliche Gesinnung, in einem Schreiben richtete: ״Die Wissenschaft muß der Verwaltung, der Geletzgebung und der Kriegskunst zur Seite gehen, weil diese sonst den Reizungen der Welt und der Unwissenheit unterliegend, entweder in Trägheit versinken oder zügellos über alle erlaubten Grenzen hinausschweifen. Deshalb haben wir von Jugend auf die Wissenschaft gesucht und sie in ihrer eigenthümlichen Gestalt geliebt. Nachher wurden wir durch die Sorgen der Regierung freilich oft davon abgezogen/ aber keinen ersparten Augenblick ließen wir in Müßiggang vorbeifließen, sondern verwendeten ihn mit freudigem Ernste zum Lesen trefflicher Werke, damit die Seele sich aufhelle und kräftige durch Erwerbung der Wissenschaft, ohne welche das Leben des Menschen der Regel und der Freiheit entbehrt. Darum haben wir jene trefflichen Werke zunächst für uns übersetzen lassen; weil aber das edle Besitzthum der Wissenschaften durch Verbreitung und Vertheiluug sich nicht mindert oder zu Grunde geht, sondern desto dauer- Hafter und fruchtbarer heranwächst, je mehr man sie mittheilt und verbreitet: so wollen wir diese gewonnenen Früchte mancher Anstrengung nicht verbergen, noch den eigenen Besitz für recht erfreulich halten, ehe wir ein so großes Gut Anderen mitgetheilt haben. Niemand aber hat darauf ein näheres Anrecht als diejenigen Männer, welche aus den alten reichen Behältern klüglich neue Bäche ableiten und durstigen Lippen den süßen Labetrank darreichen. Deshalb möget ihr diese Werke als ein Geschenk eures Freundes, des Kaisers, gern aufnehmen und um seiner Empfehlung und ihrer innern Trefflichkeit willen denen zugeselleu, welche ihr durch eure Erklärung neu belebt." Friedrichs Streben und Liebe für die Wissenschaft ließen ihn die verschiedensten Wege aufsuchen, um auf denselben sein Ziel zu erreichen. Wie Amari (Storia dei Muselmani in Sicilia 111) nachweist, hielt er arabische Anfragen über philosophische und theologische

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