Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Journal
- Illustrirter jüdischer Familienkalender
- Volume
- 5642 = 1882, 4. Jahrgang
- Date
- 1881-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 95)
- Language
- German
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88 Worte am Schlüsse einer Uebersetzung des Commentars ibn Roschd'K an: Ich Jakob b. Abba Mare b. Simson b. Anatoli, gelobt sei Gott, der mein Gebet und seine Gnade von mir nicht abgewendet, meine Kraft erneuert hat, um im 2. Adar 4992 (1232) in Neapel diese Uebersetzung der Commentare des andalusischen Philosophen ibn Noschd (Averroes) zu vollenden. Bevor ich beginnen werde, auch die anderen Bücher in dieser Wissenschaft zu ergänzen, werde ich mit göttlicher Hülfe zuvörderst dieselben für den Zweck der Uebersetzung studiren, um die Irrthümer darin nach meiner Kraft zu verbessern. Nach Beendigung dieses Studiums werde ich mich daran begeben, auch jene Schriften zu vervollständigen, unter Beistand deffen, der in das Herz unseres Herrn, Kaisers Friedrich, Freund der Wissenschaft und ihrer Pfleger den Gedanken gelegt hat, mich zu speisen und vollständig zu ernähren. Gottes Gnade möge stets über ihn walten, ihn zu erhöhen über alle Fürsten; in seinen Tagen erscheine der Erlöser und unsere Augen mögen es sehend. Anatoli theilt in seinen philosophischen Homilien über den Pentateuch (Abschnitt ויקרא) die Ansicht Friedrichs über gewisse Opfer mit, indem er von ihm ansührt: Unser Herr, der große Fürst, Kaiser Friedrich, er lebe lange, begründete die Vorschrift, welche Gott gegeben, daß nur Rinder und Schafe dargebracht werden, dagegen keine Art von anderen Thieren. Nach seiner Ansicht nur deshalb, weil mit dem Opfer eine Versöhnung mit Gott bewirkt werden sollte, was nur durch das Opfer von einem Hausthiere, das der Mensch besitzt und womit er sich abgemüht hat, geschehen könne. Dies geschehe aber nicht mit Thieren, die in der freien Natur leben, frei umherlaufen, und dem Menschen gar keine Mühe verursachen. Ein Beweis hiefür ist, daß dem Armen gestattet worden ist, vom Geflügel Opfer zu bringen, weil auch dieses im Hause aufgezogen wird. — In mehreren Handschriften wird auch eine Erklärung Friedrichs für die Vorschrift über die rothe Kuh (4. Buch Moses, Kap. 19) mitgetheilt, die wir hier übergehen. Wir bemerken nur noch, daß Anatoli in der Vorrede zu dem oben erwähnten Werke neben seinem Schwiegervater und Lehrer Samuel ibn Tibbon auch seines christlichen Freundes und Lehrers, des Weisen Michael gedenkt, welcher zuerst von Dr. Steinschneider als Michael Scotus erkannt ist, von dessen Thiergeschichte eine hebräische Uebersetzung handschriftlich vorhanden ist. Von ihm