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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 85

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 85 (sequence 92)
Language
German
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85 Einleitung in seine Schriften mit einer Berechnung für die Stellung der Himmelskörper im Jahre 4706 der Schöpfung (946). — War es in diesem ersten Beispiele ein jüdischer Gelehrter Unteritaliens, der bei einem babylonischen Gelehrten Unterweisung suchte, so | werden wir in dem folgenden Falle einen jüdischen Gelehrten j Babylons kennen lernen, der die Anregung dazu gab, daß ein [; christlicher Gelehrter in Unteritalien um Aufklärung, und zwar j über eine Schriftstelle, angegangen wurde. Joseph Akuin^), der | Schüler der Maimonides, beruft sich nämlich bei einer Gelegenheit! auf den rabbinischen Ausspruch (Megilla 16): ״Wer ein Wort der Weisheit (Wissenschaft) mittheilt, ob er auch Nichtjude sei, wird ein Weiser genannt" und weist hierbei aus Samuel ha—Nagid hin, welcher in seiner Schrift ha—Oscher nicht selten die Auslegungen christlicher Gelehrten erwähnt und in einem dieser Citate eines Sendschreibens gedenkt, welches Mazliach ben al—Bazak, ein Dajan (Richter) in Sizilien, nach seiner Rückkehr aus Bagdad, an ihn (an Samuel) gerichtet habe und in welchem sich nähere Miltheilungen über das Leben und die Verdienste Hai Gaons fanden. Unter Anderem habe er darin Folgendes berichtet: An einem Tage entstand im Lehr- Hause eine Diskussion, wie jene Schriftstelle in den Psalmen Kap. 141, Vers 5 שמן ראש אל יני ראשי (Oel des Hauptes, nicht müsse wehren mein Haupt) aufzufassen sei, indem sich verschiedene Ansichten darin kundgaben. Hai Gaon verwies Mazliach an den christlichen Katholikos (Geistlichen), bei dem er anfragen möge, was sich bei ihm über diese Schriftstelle ausgezeichnet finde. Mazliach war darüber unwillig, Hai aber beruhigte ihn, indem er aus das Beispiel der Altvorderen hinzeigte, die heilige Männer waren, dennoch aber es nicht verschmähten, für Erklärungen einzelner Wörter bei Andersgläubigen, selbst bei Hirten, Belehrung nachzusuchen. Mazliach ging daraus zum Katholikos, legte ihm die Frage vor, wie jene Schriftstelle zu verstehen sei, worauf ihm dieser die syrische Uebersetzung des Verses mittheilte. I Wir können einstweilen noch im unteren Italien verbleiben, um I neue Beispiele vorzuführen, und zwar dieses Mal für persönliche Be- » Ziehungen, die von christlicher Seite aus angeknüpft wurden. Da er- I scheint uns in erster Reihe das hell leuchtende Gestirn, wie es M Friedrich II. von Hohenstaufen ist, ein Fürst, der, wie Raumer in

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