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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 84

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 84 (sequence 91)
Language
German
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— 81 — eingesehen, mich losgesagt hatte, dem Studium der Arznei und der Astronomie mit Eifer mich zuwandte. Anfangs schrieb ich mir die Bücher der früheren jüdischen Gelehrten ab; doch fand ich in diesen Ländern keinen jüdischen Weisen kundig dieser Schriften, wie auch daher einige von ihnen sagen, daß diese von jüdischer Hand geschriebenen Bücher keinen besonderen Werth haben. Sie behaupten, daß dergleichen wissenschaftliche Werke nur unter den Nichtjuden zu finden seien, und diese in ihrer Auffassung wesentlich von jenen abweichen. Daher unterließ ich es nicht, die Wiffenschaft der Griechen, der Araber, der Babylonier und der Inder zu erforschen; ich ruhte nicht eher, bis ich die Bücher Ion's und Makedon's in ihrer Schrift und Sprache, auch ihre Erklärungen mir abgeschrieben, ich studirte sie und fand sie, was die Stern- und Planetenkunde betrifft, ganz übereinstimmend mit dem, was sich bei den jüdischen Gelehrten darüber vorfindet. Ich prüfte genau alle diese Schriften und fand, daß die ganze Stern- und Planetenkunde auf der Baraita Samuels beruhe, und daß die Schriften der Nichtjuden mit ihr übereinstimmen; nur hat Samuel seine Darstellung sehr gedrängt, und daher dunkel, gegeben. Nachdem ich die Bücher geschrieben, zog ich in den Ländern umher, um die Nichtjuden zu finden, welche die Stern- und Planetenkunde verstehen und von ihnen zu lernen, doch fand ich nur einen oder zwei. Dann fand ich aber einen Weisen aus Babel, mit Namen Bagdasch, der die Sternen- und Planetenkunde in hohem Grade besaß, auch die Berechnung dessen, was war und sein wird verstand. Seine ganze Wissenschaft stimmte mit der Baraita Samuels überein, und mit allen Schriften der Juden, wie der Griechen und Macedonier. Aber die Wissenschaft dieses nichtjüdischen Weisen war zugleich zugänglicher eingerichtet und daher auch viel verbreiteter. Nach mehrfacher Ueberzeugung von der bewährten Gelehrsamkeit dieses Mannes, bewog ich ihn durch vieles Geld und große Geschenke, mich über die Sterne zu belehren, über die Berechnung der Planeten u. s. w. Nachdem ich von diesem Gelehrten Alles gelernt, nahm ich meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen hinzu und machte mich an die Erläuterungen aller mir zu Händen gekommenen Bücher, vereinigte aus ihnen sich ergebende Resultate mit denen jenes babylonischen Gelehrten und mit seiner Lehrweise, und schrieb sie nieder in dem Commentar, der Chakmoni genannt wird." Donnolo schließt diese

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