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Illustrirter jüdischer Familienkalender · 1881-01-01 · 5642 = 1882, 4. Jahrgang · p. Seite 83

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Journal
Illustrirter jüdischer Familienkalender
Volume
5642 = 1882, 4. Jahrgang
Date
1881-01-01
Page
Seite 83 (sequence 90)
Language
German
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83 der in Abrede stellen, welcher sich von allem dem, was nicht meß- und wägbar ist, keine richtige Vorstellung machen kann. Dies vorausgeschickt, werden wir nunmehr eine Reihe geschichtlicher Thatsachen vorführen, aus denen persönliche Beziehungen und Verbindungen zwischen Juden und Christen für wissenschaftliche Zwecke hervorleuchten. Wir werden dieses Mal nur Italien und Deutschland berücksichtigen können; hoffen aber bei künftiger Gelegenheit in gleicher Weise auch die andern Kulturländer zu behandeln. Die ersten Beispiele werden uns einige Fälle vorführen, in denen Juden mit nichtjüdischen Gelehrten in Verbindung traten, um von ihnen Belehrung zu erlangen. Ein solches Beispiel knüpft sich an den ältesten Namen, dem wir unter den in Europa schreibenden Juden begegnen, an Sabbatai Donnolo. Seinen Bildungsgang giebt er in der Vorrede zu seinem Commentar über ״das Buch der Schöpfung" (Sefer Iezira) an, wo wir auch zugleich Näheres über seine Schicksale erfahren?) Wir lassen hier seine Mittheilungen in einer, größtentheils nur dem Sinne nach gefertigten Uebersetzung folgen: Ich Sabbatai, der Sohn des Abraham, mit dem Beinamen Donnolo der Arzt, durch den Beistand des ewig lebenden Gottes, der Weisheit, Vernunft und Erkenntniß verleiht, wünschte die Wissenschaft anzubauen und wandte daher mein Herz dem Streben zu, die Weisheit zu erforschen. Ich wurde aber von der Stadt Oria, meiner Geburt und Heimath, beim Einfalle der Sarazenen von den Feinden weggeführt, am Montag, in der vierten Tagesstunde, die der Planet Mars beherrscht, am 9. Tammus des Jahres 4685 nach Erschaffung der Welt, im 11. Jahre des 247. Mondcyclus. Hierbei wurden zehn berühmte jüdische Weisen getödtet: Chisdija b. Chananel — ein Verwandter meines Großvaters Joel —," Amnon, Urtel, mein Lehrer, Menachem, Chija, Zadok, Mosche, Hod, Iirmija, Nuriel; außerdem noch andere fromme Männer, Führer des Zeitalters und Gelehrte, sie mögen alle in ewigem Andenken bleiben. Ich aber, Sabbatai, wurde in Otranto, von dem Gelde meiner Aeltern ausgelöft, als ich 12 Jahre alt war; meine Aeltern nnd Verwandten wurden hieraus nach Palermo und Afrika weggeführt, ich selbst blieb in den Ländern, welche unter der Herrschaft der Römer stehen, wo ich, nachdem ich von verschiedenen Handtierungen, die ich getrieben und deren Nutzlosigkeit ich endlich 6*

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