Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 142)
- Language
- German
- Belongs to
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125 setzer hat zuweilen das Frühere später und das Spätere früher zu setzen, hinzuzufügen oder abzunehmen, den wahren Sinn eines Wortes durch einen dem Sinne verwandten Ausdruck, und die Bilder und das Rhetorische sprachgemäß zu geben, je nachdem die Sprache, in die übersetzt wird, es verlangt, und wie am Besten der Sprache, aus welcher übersetzt wird, entsprochen wird. Die Wörter und Ausdrücke muß er im Geiste der Sprache so zu prägen verstehen, daß die Neubildungen sofort dem Leser verständlich werden. Von solchen Vorbedingungen der Uebersetzungskunst durchdrungen, ging nach langer Zögerung bereits der erste Tabonide an die Arbeit, um dem Andrängen seines Lehrers und seiner Genossen endlich nachzukommen, und es ist von Interesse zu erfahren, wie er sich selbst zu genügen suchte, da wir dadurch einen Maßstab für die Beurtheilung der vielen großen Werke des jüdischen Schriftthums durch drei Geschlechter der Tabonischen Familie erhalten. ״Bei Uebersetzung Wissenschaftlicher Werke, sagt Jbn Tabon, ging ich nicht früher an die Arbeit, bis ich die betreffende Wissenschaft aus dem Werke selbst oder aus verwandten Schriften in mir ausgenommen hatte, da nur ein Mediciner Werke über Medicin, ein Philosoph philosophische, ein Astronom astronomische Schriften zu übersetzen befähigt ist, wenn auch nur um der wissenschaftlichen Kunstausdrücke und Formen willen, mit denen in jeder Wissenschaft besondere Begriffe verbunden werden, welche in der vulgären Sprechweise sich theils nicht finden, theils gar nicht verstanden werden. Denn der Gelehrte wählt oft für seine Ideen und Begriffe selbst geprägte oder in der Wissenschaft conventionelle Ausdrucksweisen, die nur er und seine Fachgenossen richtig verstehen, und der Uebersetzer, welcher die Verallgemeinerung des Werkes bezweckt, hat die Verpflichtung, die Formen so zu übertragen und auszuprägen, daß der Zweck erreicht wird. Dann soll eine Uebersetzung, welche genau und doch zugleich elegant sein soll, zunächst