Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 143)
- Language
- German
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126 wörtlich übersetzen, wenn nicht Sinn und Gedanke des Originals, sondern nur die Eleganz beeinträchtigt wird, hingegen hat der Uebersetzer, wo es nicht angeht, die Verpflichtung, frei zu übertragen, zuweilen das Frühere später oder das Spätere früher zu geben, wie der Sprachgeist es verlangt. In der Wiedergabe der bildlichen Ausdrücke lehrt uns bereits das sonst nicht paraphrasirende Onkelos-Targum, wie man sie in sprachgemäß verwendete bildliche Ausdrücke verwandeln müsse. Der Hebräer sagt z. B. (Ex. 14, 8) ״mit hoher Hand" für offen und frei, vor den Augen Aller, während Onkelos es durch ״voran frei" (be-Resch Glai) giebt. In der Ausprägung des Neuhebräischen durch neue Conjugationsformen, neu geprägte Wörter u. s. w. hat er, wie er sagt, das Princip älterer Uebersetzer befolgt, unter welchen die besseren denselben Weg gegangen; nur wurde nach Sprachgemäßheit, wozu das arabische dem Hebräischen verwandte Idiom den Weg zeigt, beharrlich gestrebt. Das Rabbinische wurde häufig mit hineingezogen, um größere Deutlichkeit und Verständlichkeit zu erzielen, da das biblische Hebräisch für den wissenschaftlichen Gebrauch viel zu beschränkt ist; es mag aber auch zuweilen Vorkommen, daß das Rabbinische auch da verwendet wurde, wo ein biblischer Ausdruck vorhanden war, wenn einmal jener für den Leserkreis näher lag.' Dieses hier in Kürze über den formellen Charakter der Tabonidischen Uebersetzungen Mitgetheilte führen Iehuda Ibn Tabon, sein Sohn Samuel und sein Enkel Mose öfters in den Einleitungen zu ihren Uebersetzungen weitläufig aus, aber das Wenige genügt, zun die Arbeiten der Taboniden beurtheilen zu können. In einem nächsten Artikel will ich auf das Biographische der Taboniden und auf ihre gelieferten Uebersetzungen Rücksicht nehmen. Nies'sche Buchdruckerei (Carl B. Lorck) in Leipzig. LEO BAECK INSTITUTE NEW YOHK