Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 141)
- Language
- German
- Belongs to
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124 halt häufig mißverstanden, einmal weil sie die Feinheiten des Arabischen nicht verstanden, sodann vermochten sie die Ausnutzung des Hebräischen für wissenschaftliche Gegenstände nicht zu bewirken und endlich drittens waren sie mit dem wissenschaftlichen Stoff zu wenig vertraut, um immer genau zu wissen, was der Verfasser gewollt. Aber selbst die gründliche Kenntniß der beiden hier in Betracht kommenden Sprachen und das Studium der betreffenden Wissenschaften reichen oft nicht aus, da jeder Autor auch in der Entwickelung seines Wissensfaches seine Individualität behauptet, die abgelauscht werden will. Die wenigen vorgängigen Uebersetzer, meint der erste Tabonide, haben aus gedachten Gründen in ihrer Uebersetzung gefehlt. Denn es ist in der That sehr schwierig, selbst bei der gründlichsten Auffassung des Originals, den Gedanken mit feinem und kurzem hebräischen Ausdruck entsprechend wiederzugeben, da der hebräische Sprachschatz nur gering ist, während der arabische umfänglich, fein und für jeglichen Wiffensinhalt zugerichtet ist. Ein Uebersetzer, der sich der Schwierigkeit bewußt genügen will, muß daher nicht blos die zwei in Frage kommenden Sprachen gründlich verstehen, sondern auch Sprachkünstler in allen grammatischen und lexikalischen Feinheiten sein, in die geheime Werkstätte der Wurzel- und Wortbildungen, der syntactischen Gesetze hineinschauen, um genau zu wissen, in welcher Bedeutung bei dieser oder jener Verbindung, bei dieser oder jener Eonjugationsform ein Wort zu nehmen und wo eine regelrechte, verständliche, dem Sprachgenius angemessene Neubildung zu machen ist. Der Uebersetzer ist gleichsam Autor und Lehrer, und wenn er nicht in demselben Wissensfache heimisch ist, in welchem er ein Werk übersetzt, so könnte es leicht etwas Verkehrtes und Irriges in der Uebersetzung geben. Und wenn alle Bedingungen erfüllt sind, da hat er noch darauf zu achten, daß er nicht wörtlich übersetze, damit nicht dem Verständniß Abbruch geschehe. Der wissenschaftliche Ueber-