Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 140)
- Language
- German
- Belongs to
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— 123 — gelte unlesbare Bücher, da sie nur Hebräisch verstanden haben, und selbst die Schriften der Forscher über die hebräische Sprache in Grammatik und Lexikographie waren nicht mehr zugänglich, weil sie arabisch geschrieben, waren. Wohl hatten ^bereits Ibn Chiquitilla und Ibn Esra schon früher die Nothwendigkeit von Uebersetzungen ins Hebräische gefühlt, als sie Ibn Chajjug's Monographien über die hebräische Sprache übersetzt hatten. Diesen folgten hier und da wohl auch andere Versuche dieser Art, aber sie blieben vereinzelt und konnten die Wiedergeburt der alten Schöpfungen für die neuen Zeiten und Verhältnisse nicht bewirken. Die Taboniden, indem sie die Meisterwerke der mittelalterlichen jüdischen Literatur durch Uebersetzungen ins Hebräische für alle Zeiten zu erhalten suchten, waren sich der großen Schwierigkeiten und der nothwendigen Erfordernisse vollkommen bewußt. Als der erste dieser Uebersetzerfamilie, der Arzt Iehuda Ibn Tabon aus Granada, nach seiner Uebersiedelung nach Lunel von dem dort wohnenden Gelehrten Meschullam b en Jakob *) aufgefordert wurde, den ersten Abschnitt von Bachja's System der Moral, die Gotteinheit überschrieben, aus dem Arabischen ins Hebräische zu übersetzen, hatte er Anfangs den Antrag ausgeschlagen, wie er früher bereits den Wünschen gelehrter Freunde in Lunel, die arabisch geschriebenen Werke der Geonim zu übersetzen, nicht nachgekommen ist. Denn die früheren einzelnen Uebersetzer, wie er versichert, haben aus dreifachen Gründen die Schönheit der arabischen Originale verdunkelt und den In- *) Er war Schüler des Mose Ha-D arschan aus Narbonne und Lehrer des Abraham ben David aus Pasquieres, Besitzer einer ansehnlichen Handschriften-Sammlnng von Werken der Geonim bis auf seine Zeit, welche zur Schriftauslegung, hebräischen Sprachwissenschaft, Neligionsphilosophie, Dogmatik, Ethik, Poesie und Gnomik gehörten und großentheils arabisch abgefaßt waren. Als er mit Zbn Tabon bekannt wurde (1160), sammelte er noch immer, stndirte dieselben und schrieb selbst im Fache der Gnomik und Ethik (Eiul. zu Chobot Ha-Lebabot).