Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 139)
- Language
- German
- Belongs to
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122 deutender und wichtiger sind die Taboniden für die Ent- Wickelung der neuhebräischen Sprache zur Verwendung für die strengen Wissensfächer geworden. Der neuhebräische Ausdruck in Philosophie, Mathematik, Astronomie, Medicin u. s. w., jene merkwürdigen ausgeprägten philosophischen, medicinischen, dogmatischen Wörter, war so kunstvoll und sprachgemäß, daß sie bis auf die neueste Zeit herab für die hebräischen Schriftsteller auf. jenen Gebieten normal und gesetzgeberisch geworden, so daß die Tabonische Sprachbildung fast noch mehr als die Zuführung des wissenschaftlichen Stoffes segensreich weithin gewirkt hat. Und sie waren sich auch des Berufes und der Aufgabe ihrer Uebersetzungskunst, die auf einen wissenschaftlichen Werth Anspruch zu machen und möglicherweise auch die Urschrift zu ersetzen hat, vollkommen bewußt, wie man dies aus ihren Einleitungen zu ihren Arbeiten vielfach ersehen kann. Als die meisten Werke der Geonim und der berühmten jüdischen Gelehrten in den Reichen des Islam, sagte der erste Tabonide, als er seine Uebersetzungen einleitete, in dieser Sprache abgefaßt wurden, geschah es aus zweifachen Gründen, einmal weil diese Sprache reichhaltig, biegsam und für die Wissenschaften ausgebildet war, während wir für den hebräischen Ausdruck nur die Bibel haben, die für die Darstellung wissenschaftlicher Gegenstände ganz und gar nicht zugerichtet ist, sodann aber auch weil in ihrer Zeit das Arabische allgemein verstanden wurde. Jedoch schon vom zwölften Jahrhundert an sank allmälig der Glanz der islamitischen Reiche, das Arabische wurde nur den einzelnen Gebildeten verständlich und die große Masse der Juden unter den Arabern und erst gar die Juden der christlichen Länder verstanden das Arabische nicht mehr oder nur sehr schlecht. Den jüdischen Gemeinden und ihren Lehrern in Frankreich, Italien, in dem christlichen Spanien und in sonstigen Ländern unter christlicher Herrschaft waren die ausgezeichneten Werke der jüdischen Heroen in der Wissenschaft nur versie-