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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 116

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 116 (sequence 133)
Language
German
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IRI
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116 1 \ — 116 — laubniß zur Rückkehr in das Königreich Polen, wovon denn auch alle drei Gebrauch machten. — Die oben erwähnten Wielopolskischen Civilrechte der Juden Polens beziehen sich auf: 1) die unbeschränkte Ausübung von Handwerken und Handelsgeschäften, 2) die Zulassung zu den Wahlen der Zünfte, wie des kaufmännischen Verbandes, 3) die Wählbarkeit zu Handelsrichtern und Handelsräthen. — Durch kaiserlichen Ukas ward in Polen die Koscher-Fleisch-Abgabe, welche jährlich 800,000 Rubel einbrachte, abgeschafft. — Die von der kais. Akademie in St. Petersburg gestellte Preisfrage: ״Welchen Einfluß hatte die arabische Philosophie aus die Theosophie und Theologie des Maimonides?" ward von einem polnischen Juden, Namens Gurland, gelöst und demselben eine goldene Medaille zuerkannt. — In Berditschew wurde ein jüdisches Hospital erbaut und feierlichst eingeweiht. Die Herstellung kostete der Gemeinde 110,000 Silberrubel, welche Summe aus einer 20jährigen Sammlung von 1/2 Kop. pro Pfund Koscherfleisch zusammengebracht wurde. Auf dieselbe Weise wurde in der Gemeinde Kiew der Ausbau eines Hospitals ermöglicht. — Banquier Epstein in Warschau wurde vom Kaiser in den Adelsiand erhoben. (Er ist der erste Jude, dem in Rußland diese Ehre widerfuhr.) — Zu den Anführern des jüngsten polnischen Aufstandes gehörte auch ein Jude, Namens Frankowski, welcher indessen von einem Gefährten verrathen und dadurch gefangen genommen wurde. — In Folge des neuesten kais. Ukases können jüdische Kaufleute, wenn sie 20 Jahre der ersten oder!0 Jahre der zweiten Gilde angehört, haben, in den Ehrenbürgerstand eintreten, d. h. den persönlichen Adel erwerben. — In Kowno fand während des jüngsten Passahfestes eine kleine Judenverfolgung statt. — Von Seiten der Regierung ward für die kais. Bibliothek in St. Petersburg um die Summe von 100,000 Silberrubeln eine aus mehr als 2500 Stücken bestehende Sammlung karaitischer Schriften angekauft, deren Zusammenbringung der karaitische Gelehrte Abraham Firkowitsch über 30 Jahre seines Lebens gewidmet hatte. Schweden. Von Seiten mehrerer christlichen Gemeinden wurde beim Consistorium um die Erlaubniß gebeten, den Gottesdienst mit bedecktem Haupte verrichten zu dürfen. Eine Anzahl christlicher Theologen sprach sich, unter Berufung auf den bei den Juden herrschenden Gebrauch, zu Gunsten der Petenten aus. — Den Reichsständen ward von der Regierung ein Gesetzentwurf vorgelegt, nach welchem die Ehe zwischen Christen und Juden erlaubt sein solle. — Der jüdische Beerdigungsverein in Stockholm feierte am 23. Sept. 1862 sein

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