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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 108

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 108 (sequence 125)
Language
German
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IRI
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108 Mai starb in Venedig in seinem 28. Lebensjahre Hr. Dr. Theodor Mannheimer aus Wien, welcher sich sowohl als Jurist, wie als Kunstkritiker und Publicist einen bedeutenden Namen erworben hatte. Er war ein Sohn des berühmten Kanzelredners der Wiener Israelitengemeinde. — Den jüdischen Besuchern des Bades Iwo nitz in Galizien war auch in diesem Jahre die Benutzung der Promenade sowie das Wohnen innerhalb der Stadt strengstens verboten. — Das Gubernium zu Klausenburg (Siebenbürgen) genehmigte das Gesuch des vr. Fischer (eines Israeliten) um Zulassung zur Juristenprüsung. — Leopold Edler von Wertheimstein und Moritz Goldschmidt in Wien sind, in Anerkennung ihrer Leistungen zur Förderung des Handels und des Verkehrs mit dem Orden der eisernen Krone decorirt worden. — Die galizischen Behörden wurden Seiten des Staatsministerii dahin belehrt, daß kein positives Gesetz existire, wonach den Juden in Gallizien, Krakau und der Bukowina die Erwerbung ungeteilter Rustikalgründe verwehrt werden könnte. — In Ungarn lebten (nach der neuesten Zählung) 393,305, in Siebenbürgen 14,152, in Kroatien und Slavonien 5041 und in der Militärgrenze 404 Juden. — Dr. Pick und Simon Szanto in Wien erhielten vom Staatsministerium die Eoncession zur Errichtung der ersten jüdischen Unterrealschule, verbunden mit dem Rechte zur Ausstellung staatsgültiger Zeugnisse. — In Fünskirchen (Ungarn) ward von dem sel. G. Lederer die Summe von 10,000 Gulden zur Gründung einer jüdischen Schule sundirt, das betreffende Testament aber in Folge eines von den Erben angestrengten Prozesses als ungültig erklärt. — Die jüdischen Juristen in Ungarn, denen durch kaiserliche Verfügung die Ablegung der Advocatenprüfung gegestattet wurde, entledigten sich dieser Ausgabe durchgängig mit dem glänzendsten Erfolge. — Ein jüdischer Student der Prager Universität, Arno l d Rosenbach er, petitionirte um Zulassung zur Prüsung aus dem kanonischen Rechte. Die juristische Facultät erklärte, ein Jude könne wohl aus dem kanonischen Rechte geprüft werden, nicht aber den Titel eines ״Doctors beider Rechte" erwerben. Pros. Wessely wies dcn Widerspruch in dieser Doppelerklärung klar und überzeugend nach, jedoch vergeblich. — Auf dem flachen Lande in Niederösterreich, Steyermark rc. kamen einzelne Iudenhetzen und Iudenverfolgnngen vor. — Ein Israelit in Pesth, Hr. Emil Schloßberg er, ward vom österreich. Kaiser in den Adelstand erhoben und zum Herrn v. Formay ernannt. — Bei dem officiellen Diner, das General Benedek am 1. Jan. 1863 in Verona gab.

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