Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 124)
- Language
- German
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107 kommenheit, wie die christlichen, zu behandeln, und endlich jeden unter den jüdischen Soldaten vorkommenden Todesfall sofort dem betreffen׳- den Oberrabbiner anzuzeigen. — Auf die Nachricht von der Verhaftung des Oberrabbiner Meisels zu Warschau ward von einem polnischen Edelmann in Krakau die Summe von 50,000 Gulden festgesetzt, um, wie er erklärte, ״die alten Tage des vielgeprüften Mannes sicherzustellen." — In die Gemeinde-Verwaltung der Stadt Pesth wurden 9 Israeliten berufen. — Von Herrn A. V. Marpurgo in Triest wurde unter dem Titel ״I! eorriere Israelilico“ eine Monatsschrift begründet, welche ausschließlich den socialen und literarischen Interessen des Judenthums gewidmet ist. — Zu Steinamanger in Ungarn starb der Rabbiner M. Königsberger, — und der dasige Bischof bewies seine religiöse Toleranz dadurch, daß er für das Seelenheil des Dahingeschiedenen in der Kathedrale eine Messe lesen ließ. — In Prag wurde eine Versammlung der böhmisch-israelitischen Gemeindevertretungen abgehalten und in derselben des Zweckmäßigen und Nützlichen gar Manches beschlossen. — Einem jüdischen Or. jur. aus Pesth, der sich wegen Zulassung zur Advocatenprüfung an den Kaiser wandte, ward von diesem die Antwort zu Theil: ״Wenn kein anderes Hinderniß vorliegt, als daß Sie Jude sind, so wird Ihr Gesuch ohne Weiteres bewilligt werden." — In Wien wurde ein ״Verein zur Verbreitung jüdischer Wissenschaft" ins Leben gerufen (und hierbei der von Breslau zum Muster genommen). — Oberrabbiner Meisels aus Warschau ward bei seiner Ankunft in Krakau seitens der polnischen Nationalpartei mit großem Enthusiasmus empfangen. — Einem jungen Kaufmann jüd. Glaubens, der seit einiger Zeit in einer der Hauptstraßen Krakau's wohnte und bei dem dasigen Magistrat um das beständige Aufenthaltsrecht nachsuchte, ward — statt aller Antwort auf seine Petition — während der folgenden Nacht amtlich die Wohnung versiegelt. Denn Krakau hat noch sein Ghetto. — In dem fast ganz judenleeren Kreise Br ix-Görkau ward ein Israelit Hr. vr. Kuh aus Prag (Redacteur des ״Tagesboten") mit 57 unter 66 Stimmen zum Landtagsdeputirten gewählt. — Fabrikbesitzer M. Dornlitzer in Prag ward daselbst zum Handelskammerpräsidenten und in London zum Mitglied der internationalen Jury bei der Weltausstellung erwählt. — In Siebenbürgen sprach sich die k. Iuristentafel gegen die Zulassung der Juden zur Advokatenprüfung aus. — Bei der Agrar- Versammlung in Tarnow (Galizien) war eine bedeutende Anzahl jüdischer Oeconomen in hervorragender Weise betheiligt. — Am 26