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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 106

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 106 (sequence 123)
Language
German
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106 Roberto d'Azeglio, welcher sich um die Juden Piemonts dadurch sehr verdient gemacht hatte, daß er ihre Emancipation nicht blos 1848 im Parlamente, sondern auch später im Rathe des Königs eifrigst verfocht und sie auch glücklich zu Stande bringen half. Bei seinem Leichenbegängnisse waren die Juden Turins durch eine besondere Deputation vertreten. Die Juden von Casale, dem Geburtsort des Verstorbenen, feierten dessen Andenken am 28. Dezember durch einen besondern Trauergottesdienst in ihrer Synagoge.— Vom Pros. Sam. David Luzatto ward seine Moral-Theologie, welche den Zöglingen des Rabbiner-Collegiums von Padua vorgetragen wird, der Oeffentlichkeit übergeben. — In Turin wurde auf einem Platze unfern des Marine-Ministeriums und des Victor - Emanuel- Theaters der Bau einer neuen großen Synagoge begonnen. — Eine arme jüdische Frau aus Lug o von der Familie del Bechio ward mit ihren beiden minderjährigen Söhnen Napoleone und Gustavo — unter geschickter Benutzung ihrer drückenden Lage — von den front־־ men Vätern zu Ferrara in das dasige Kloster gelockt und hier mehrere Wochen eingesperrt gehalten. Dann erst erfuhren es die Juden von Ferrara und wandten sich an den Quästor der Stadt, welcher indeß, trotz seines energischen Auftretens, nur die Freigebung der Mutter, nicht aber die der Kinder von Seiten des Klosters erwirken konnte. Die beiden Knaben blieben bei den frommen Vätern, während die Mutter in die Heimath zurückkehrte. Nach wenigen Wochen jedoch ward die arme Frau vermittelst eines im süßlichsten Tone abgefaßten Briefes aufgefordert, wieder ins Kloster zu kommen, da ihre Kinder sie sehnlichst zu sehen und zu sprechen wünschten. Sie ging in die Falle und ist seitdem verschwunden. — Von einem jüdischeu Künstler (Bildhauer) in Rom, Namens Bernhard Sax, ward eine Büste Franz Liszt's angefertigt, die öffentlich als ein Kunstwerk beurtheilt wurde, welches in keinerlei Beziehung irgend Etwas zu wünschen übrig ließe. Oesterreichischer Kaiserstaat. Herrn vr. Wessely, ordentl. Professor an der Universität von Prag, wollte man das Recht, als Promotor zu fungiren, streitig machen, welchem ungerechten Ansinnen jedoch von Seiten der Majorität des Collegii widersprochen wurde. — Vom General-Feldzeugmeister Ben edek in Verona ward durch Armeebefehl verordnet, bei der Bestattung jüdischer Soldaten fortan denselben Condukt, wie bei den Bekennern anderer Konfessionen, stattfinden zu lassen; die jüdischen Geistlichen, wenn sie in Ausübung ihres Berufes im Lager erschienen, mit derselben Rücksicht und Zuvor-

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